Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1971
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Diskussion und Besprechung
Intelligenz im Klassenkampf
THESEN ÜBER STUDENTENBEWEGUNG UND ARBEITERKLASSE
I
Die für das westdeutsche Kapital günstigen Verwertungsbedingungen
der Nachkriegssituation, welche durch ein hohes Angebot an Ware
Arbeitskraft, eine schwache Nachfrage auf dem Binnenmarkt und
eine exportintensive Produktionsstruktur bestimmt war, veränder-
ten sich in dem Maße, in dem die Arbeitslosigkeit in der Rekon-
struktionsperiode zurückging und sich die Relation zwischen Lohn
und Profit zuungunsten des Kapitals als Klasse verschob. Mit der
Verschärfung des Konkurrenzkampfes auf den internationalen Märk-
ten und dem Stagnieren der industriellen Produktivkräfte, die
trotz vorangegangener Ausdehnung der Produktion den Anforderungen
der internationalen Märkte und der "Systemkonkurrenz" mit den so-
zialistischen Ländern nicht mehr genügten, trat der westdeutsche
Kapitalismus in eine neue Phase: "Auf die Phase einer überdurch-
schnittlich starken Expansion der materiellen Produktion folgte
eine Phase, in der das wirtschaftliche Wachstum - trotz der zu-
nehmenden Deckung des Ausrüstungsbedarfs der hochtechnisierten
Bundeswehr durch inländische Industrie - sich verlangsamte und
zeitweilig sogar unterbrochen wurde. Die Stagnation der Bevölke-
rungsentwicklung und die Schließung der DDR-Grenze beschränkten
das Potential der qualifizierten Arbeitskräfte, das nunmehr ganz
in den Produktionsprozeß einbezogen wurde. An die Stelle des
zugleich extensiven und intensiven Ausbaus der Produktion mußte
daher - mit wachsendem Einsatz arbeitssparender Techniken - eine
zunehmend kapitalintensive Produktion treten. Der Konkurrenzzwang
zur zunehmenden Verwissenschaftlichung der Produktionstechnik
drängte ebenfalls auf eine Erhöhung des Kapitaleinsatzes." 1)
Da aber die Rezessionsanfälligkeit der westdeutschen Wirtschaft
nur durch umfassende Modernisierung der Produktionsmittel und der
Produktionstechniken sowie durch eine Hebung des allgemeinen Qua-
lifikationsniveaus, also durch beschleunigte Entfaltung von Pro-
duktivkräften abgewehrt werden konnte, indessen selbst die Kapi-
talkraft großer Konzerne nicht ausreichte, kapitalsparende Pro-
duktionstechniken auf technologischer Basis einzuführen, begann
der Staat in steigendem Maße Funktionen als Organisator und Ko-
stenträger der Entwicklung von Produktivkräften im Interesse der
Monopole zu übernehmen. Gleichzeitig wuchs der monopolistische
Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Agenten zur Realisierung
des Mehrwerts in der Zirkulationssphäre, zur Reproduktion der
Ware Arbeitskraft und zur Vorbereitung der Ware Arbeitskraft auf
die Bedingungen eines sich fortwährend komplizierenden Produkti-
onsprozesses. Die aus dem Interesse an erhöhter Kapitalverwertung
und Mehrwert-Realisierung resultierende Notwendigkeit, die Wis-
senschaften insgesamt dem monopolistischen Produktions- und Ver-
wertungsgefüge zu unterwerfen, bestimmte so die staatsinterven-
tionistische Tätigkeit im Bereich der wissenschaftlichen Ausbil-
dungsstätten.
II
Der Widerspruch zwischen ideologischem Versprechen autonomer Wis-
senschaft und staatsmonopolistischer Formierung der Universitä-
ten, welcher in Willkürmaßnahmen des Polizeiapparates und der
Universitätsbürokratie sinnlich manifest geworden war, reflek-
tierte sich im Bewußtsein der westdeutschen universitären Intel-
ligenz jedoch nicht als Signal tendenzieller Proletarisierung der
wissenschaftlichen Intelligenz, sondern sublimierte sich entweder
zur "Solidarität des Sentiments" (Marcuse) mit den Völkern der
Dritten Welt oder entlud sich aktionistisch im Widerstand gegen
institutionelle Repressionen. 2)
Kapitalistische Vergesellschaftungstendenz der Wissenschaften und
fortschreitende Integration der wissenschaftlichen Intelligenz in
den "Gesamtarbeiter" kollidierte mit einer Bewußtseinsstruktur,
die einem kleinbürgerlichen Erfahrungsprinzip verhaftet 3) und
einem durch Elternhaus, Schule und Massenkommunikationsmittel in-
trojizierten, gleichsam zur zweiten Natur der antiautoritären Ge-
neration verfestigten Antikommunismus verfallen war. Komplementär
zu der von den Sozialisationsinstanzen betriebenen Deformation
des politischen Bewußtseins entwickelte die jugendliche, noch
nicht zum Verkauf ihrer Arbeitskraft gezwungene Intelligenz eine
amorphe Protesthaltung, die - entstanden in einer weder durch ex-
tremen materiellen Mangel noch unmittelbar durch Ausbeutung de-
terminierten, sondern mit der Aura liberaler Ideologie umgebenen
Lebenssituation - immer weniger Leistungsethik, Triebverzicht und
Konsumstandards zu verinnerlichen und zu erdulden bereit war: "So
entsteht ein prinzipielles Unverständnis für die sinnlose Repro-
duktion überflüssig gewordener Tugenden und Opfer - ein Unver-
ständnis dafür, warum das Leben des einzelnen trotz dem hohen
Stand der technologischen Entwicklung nach wie vor durch das Dik-
tat der Berufsarbeit, durch die Ethik des Leistungswettbewerbs,
durch den Druck der Statuskonkurrenz, durch Werte der possessiven
Verdinglichung und der angebotenen Surrogatbefriedigungen be-
stimmt ist, warum mit einem Wort, der 'Kampf ums Dasein', die
Disziplin der entfremdeten Arbeit, die Tilgung von Sinnlichkeit
und ästhetischer Befriedigung aufrechterhalten werden." 4)
Mit dieser diffusen Verweigerungsmoral, die der wahrgenommenen
Diskrepanz von bürgerlicher Ideologie und Versagung individueller
Bedürfnisbefriedigung, nicht aber der kollektiven Ausbeutungser-
fahrung vornehmlich der industriellen Lohnarbeiter entsprang, war
historisch die Möglichkeit eingeschränkt, sich an der Realität
sozialistischer Organisationen des Proletariats politisch abzuar-
beiten.
Während die Studentenbewegungen anderer kapitalistischer Länder,
auch wenn sie der westdeutschen Studentenbewegung vergleichbare
ideologische Momente aufwiesen, durch die Existenz sozialisti-
scher Parteien und Gewerkschaften zu einer Auseinandersetzung mit
den Kategorien des Klassenkampfes theoretisch und praktisch genö-
tigt waren, 5) fand sich die westdeutsche universitäre Intelli-
genz in einem von sozialistischer Theorie, Praxis und Organisa-
tion gänzlich entledigten politischen Vakuum isoliert.
Gingen die sozialistischen Organisationen Italiens und Frank-
reichs aus der Phase des nationalen Widerstands gegen den
Faschismus als Massenbewegung hervor, so folgte der physischen,
organisatorischen und ideellen Liquidierung der sozialistischen
Arbeiterbewegung im Dritten Reich nach der Kapitulation die Un-
terdrückung antikapitalistischer Tendenzen an der Produktions-,
Versorgungs- und Verwaltungsbasis in Westdeutschland. Herausge-
bildet in der Reaktion sowohl auf faschistischen Terror und
Kriegselend als auch auf Massenarbeitslosigkeit und ein ehemals
mit dem NS-Staat, nach dem "Zusammenbruch" aber mit den westli-
chen Siegermächten kollaborierendes Großkapital zerfielen diese
Tendenzen in dem Maße, wie die Führung der Sozialdemokratie und
der Gewerkschaften die kapitalistische Strategie zur Rekonstruk-
tion Westdeutschlands im Rahmen eines militärischen und ökonomi-
schen Bündnisses der imperialistischen Staaten adoptierte. Propa-
gierte die Sozialdemokratische Partei die Metamorphose ihrer so-
zialen Basis in eine klassenindifferente "Volkspartei" und übte
"königstreue" Opposition gegen die reaktionären Regierungspar-
teien, so paralysierte der Spitzenapparat des Deutschen Gewerk-
schaftsbundes die antikapitalistische Aktionsbereitschaftseiner
Mitgliederbasis und Teile der unteren und mittleren Funktio-
närsschicht, indem er zentrale gesellschaftliche Entscheidungen
dem Parlament überantwortete und auf Transzendierung des gesell-
schaftlichen Status quo drängende Massenaktionen per Dekret zur
Erfolglosigkeit verurteilte: "Diese Taktik leistete der zunehmen-
den Entpolitisierung der Mitglieder Vorschub und verhinderte, daß
die Spitzenfunktionäre einer Kontrolle ihrer Maßnahmen unterwor-
fen wurden, die ihnen isolierte Entscheidungen erschwert hätte.
Zwar waren große Massen der organisierten Arbeitnehmerschaft, wie
sich gezeigt hatte, zur Demonstration ihrer Interessen noch zu
veranlassen, aber der Erfolg der Aktionen beruhte mehr auf der
traditionellen Disziplin der Gewerkschaftsmitglieder und dem
teilweise noch vorhandenen geschärften politischen Bewußtsein
kleiner Funktionärsgruppen, die sich nicht widerstandslos der re-
staurativen Entwicklung fügen wollten." 6)
Mit dem 1956 verhängten Verbot der KPD, die zwar auf parlamenta-
rischer Ebene ständig an Bedeutung verloren hatte, in den Betrie-
ben jedoch noch immer einen beträchtlichen Einfluß auf die Akti-
vitäten von Vertrauensleuten und Betriebsräten ausübte, war die
letzte organisierte sozialistische Position der gesellschaftli-
chen Praxisfähigkeit und das Massenbewußtsein der sozial abhängi-
gen Bevölkerung vollends der ideologischen Formierung im Inter-
esse der herrschenden Klasse preisgegeben. Ohne die Einbeziehung
der politischen Organisation nicht nur als Kampfinstrument der
Arbeiterklasse, sondern vor allem auch als Konstituens soziali-
stischen Bewußtseins kann das Scheitern der Studentenbewegung,
das oft geschichtlich unvermittelt ausschließlich auf mangelnde
Reflexion der ökonomischen Funktion der Intelligenz zurückgeführt
wird, nicht erklärt werden.
Die Nicht-Existenz sozialistischer Massenorganisationen in West-
deutschland verwies die antibürgerliche Studentenbewegung in ih-
rer Entstehungsgeschichte, sofern sie sich überhaupt als Konti-
nuum der sozialistischen Arbeiterbewegung verstand, auf eine
gleichsam historistische Aneignung der Theorie des proletarischen
Klassenkampfes. Der durch praktische Erfahrung nicht korrigier-
bare Revolutionsbegriff verselbständigte sich zu einer Rebelli-
onsmoral, welche für die primären Aufgaben sozialistischer Theo-
rie und Praxis während einer Phase permanenter Destruktion der
bürgerlich-demokratischen Verfassung und der Integration der Ge-
werkschaften ins monopolkapitalistische System ebenso blind war
wie für eine sozio-ökonomische Analyse des Verhältnisses der In-
telligenz zur Arbeiterklasse unter dem Aspekt kapitalistischer
Arbeitsfunktionen, die aus der Spezifik des kapitalistischen Ak-
kumulationsprozesses resultieren:
"Erst in derjenigen Entwicklungsphase der Studentenbewegung, in
der (durch Erfahrung und theoretische Arbeit) erkannt worden ist,
daß sie keine absolute Bewegung gegen die autoritären Sachverwal-
ter der Kapitalinteressen, sondern nur eine relative Bewegung im
Rahmen der Arbeiterbewegung sein kann, ergibt sich mit größter
Dringlichkeit die Notwendigkeit, politisch-ökonomische Kategorien
aufzuarbeiten, um den Kapitalismus nicht mehr moralisierend-idea-
listisch oder bloß in seinen autoritären Erscheinungsformen auf
der Ebene von Institutionen zu kritisieren, sondern seine Wider-
sprüche und seinen historisch vergänglichen Charakter aus den Be-
wegungsgesetzen des Kapitalverhältnisses zu begreifen und für die
Praxis nutzbar zu machen." 7)
III
Indem der individualistisch eingeengte Sozialisationsprozeß der
Studenten in den Vergesellschaftsvorgang der Wissenschaften und
ihrer lebendigen Träger, der Intelligenz, hineinragte und dessen
objektiven, durch den erhöhten Bedarf des Kapitals an wissen-
schaftlich qualifizierten Arbeitskräften bestimmten Grund ver-
deckte, entfernte sich die Studentenbewegung von der notwendigen
materialistischen Reflexion ihrer sozialen Basis als zukünftigem
Teil der Arbeiterklasse, deren konkrete aktuelle Bedürfnisse, Ta-
geskämpfe und Organisationsprobleme dem studentischen Bedürfnis-
postulat und Theorieverständnis fremd und äußerlich blieben.
Vielmehr entfaltete die einerseits durch indirekte Wahrnehmung
sozialer Repressionen gebrochene, andererseits von praktisch-
sinnlicher Bewußtwerdung kapitalistischer Ausbeutung unberührte
Erfahrungsstruktur der studentischen Intelligenz eine Affinität
gerade zu denjenigen antibürgerlichen Theoremen, welche die uto-
pistische Erwartungshaltung radikalisierter Studenten auf die aus
der Entfremdungsdistanz mystifizierten Befreiungsfronten der ko-
lonialen und halbkolonialen Völker der "Dritten Welt" ablenkten.
Selbst die antimonopolistisch propagierte Anti-Springerkampagne
bezog sich trotz ihres politischen Etiketts nicht auf die Klas-
senkämpfe des westdeutschen Proletariats, sondern war - unter dem
von der Klassenstruktur abgelösten Aspekt des manipulativ verein-
zelten Individuums - gegen den institutionell abgesicherten Mani-
pulationszusammenhang schlechthin gerichtet, der als das Wesen
spätkapitalistischer Herrschaft suggeriert wurde.
IV
Ausgehend von Theoremen der "Frankfurter Schule", die sich selbst
nicht mehr in der Auseinandersetzung mit der sozialistischen
deutschen Arbeiterbewegung herausgebildet hatten, glaubte sich
die radikalisierte Studentenbewegung der Aufgabe enthoben, die
Arbeiterklasse in ihrer konkreten, nicht bloß als revolutionär
gedachten Gestalt in ihre strategische Konzeption einzubeziehen.
In loyaler Rezeption der These Herbert Marcuses, daß es der
"Herrschaft eines repressiven Ganzen" gelungen sei, die Klassen-
gegensätze manipulativ zu versöhnen und die geschichtstheoreti-
sche Wesensbestimmung des Proletariats als revolutionäres Subjekt
auszulöschen 8) wurden die Definitionen von sozialer Funktion und
Klassenlage der Intelligenz nicht aus einer materialistischen
Klassentheorie und einer Analyse des materialistischen Begriffs
kapitalistischer Lohnarbeit abgeleitet. Da sich zudem die west-
deutsche Arbeiterklasse nicht in der Weise als revolutionär dar-
stellte, wie es die utopistische Doktrin von ihr verlangte, ent-
fiel die in politischer Praxis synchronisierbare Analyse proleta-
rischer Lebensbedingungen ebenso wie die Ermittlung praktisch zu
entwickelnder Ansätze von sozialistischem Klassenbewußtsein unter
den aktuellen Verhältnissen des westdeutschen Kapitalismus.
Gleichzeitig verflüchtigte sich die Frage nach objektiver Klas-
senlage und durch sie vermittelter politischer Praxismöglichkeit
der Intelligenz zu Spekulationen über eine Avantgarderolle, deren
Identifikation mit dem von Marcuse behaupteten gesellschafts-
transzendenten revolutionären Subjekt, den "Randgruppen", jene
Deklassierungsangst zu verschleiern trachtete, die Hans G. Helms
kritisch interpretiert hat:
"Wenn die Linksradikalen sich selbst als deklassierte Intelligenz
auffassen, reflektieren sie die objektive Proletarisierung des
frühen Kleinbürgertums. Sie reflektieren damit auch dessen Vor-
stellung, das Kleinbürgertum gehöre rechtens zur Bourgeoisie, de-
ren Interessen die kleinbürgerliche Intelligenz als aktive Ideo-
logen zu vertreten haben." 9)
Ideologisch herausgebrochen aus konkreten Klassenbeziehungen
avancierte die radikale studentische Intelligenz als existentiell
Verbündeter subproletarischer Randgruppen und mystifizierter an-
tiimperialistischer Befreiungsfronten zum selbsternannten Prot-
agonisten im angekündigten Endkampf zwischen Individuum und re-
pressiver Totalität des Herrschaftsapparates. Daß die Notstands-
gesetze, die sich primär gegen die Arbeiterklasse richteten, in
dieser Strategie unbegriffen bleiben mußten, lag in der immanen-
ten Widersprüchlichkeit einer allgemeinen Konzeption begründet,
aus der das Proletariat zu lange verbannt gewesen war, als daß
sich eine konsistente Aktionseinheit von Lohnarbeitern und uni-
versi-tärer Intelligenz hätte spontan verwirklichen lassen.
Das Scheitern der Anti-Notstandskampagne, das die politische Iso-
lation der radikalisierten universitären Intelligenz von der Ar-
beiterklasse evident und theoretisch erklärbar gemacht hatte,
leitete die Zerfallsperiode der antiautoritären Bewegung ein. In
der unter dem Anspruch ihrer Kritik begonnenen Diskussion über
die politische und ökonomische Funktion der wissenschaftlichen
Intelligenz drohen sich aber gerade jene ideologischen Stereotype
zu wiederholen, die den Zerfall der Studentenbewegung wesentlich
initiierten.
Dem Vormarsch des falschen Bewußtseins in den Theoriebildungen
und Organisationsdebatten der antiautoritären Revolte, für die
sich das Determinationsverhältnis von gesellschaftlicher Basis
und Überbaustruktur gleichsam seitenverkehrt darstellte, hatten
die als "Traditionalisten" bezeichneten Gruppen im Sozialisti-
schen Deutschen Studentenbund (SDS) weder eine konkrete Analyse
des westdeutschen Kapitalismus noch eine strategisch operable De-
finition der veränderten sozio-ökonomischen Funktion der wissen-
schaftlichen Intelligenz entgegenzusetzen. Daß die universitäre
Intelligenz im staatsmonopolistischen Kapitalismus auf Lohnabhän-
gigkeit abgerichtet wird und so Bewußtseinsformen zu entfalten
vermag, welche der Status und die gesellschaftliche Zukunft des
bürgerlichen Studenten in der der wissenschaftlich-technischen
Revolution vorausgegangenen Periode objektiv ausschlössen, entzog
sich den Einsichten der "traditionalistischen" SDS-Fraktion. Da
sie die Proletarisierungstendenz der wissenschaftlichen Intelli-
genz und die "reale Subsumtion" der wissenschaftlichen Arbeit un-
ter die Verwertungsdispositionen des Kapitals theoretisch nicht
begriff, beharrte die "traditionalistische" Fraktion auf dem
obsoleten Dualismus von bürgerlicher Intelligenz und Proletariat.
10) Fasziniert vom Mythos der westeuropäischen "Neuen Linken" und
sozialistischen Parteien, die - wie der französische PSU oder die
italienische PSIUP - auf Intellektuelle eine relativ große Anzie-
hungskraft ausübten, ging das Bestreben der "Traditionalisten"
dahin, sich zwischen Sozialdemokratie und illegalisierter KPD als
Avantgarde der sozialistischen Bewegung zu profilieren. Hinter
den praxisfernen Organisationsvorstellungen, welche beispiels-
weise von der Marburger Gruppe des SDS verfochten wurden, verbarg
sich ebenso bürgerlicher Aufklärungsmessianismus wie die uneinge-
standene Usurpation des Eliteanspruchs.
Insofern die traditionalistische Fraktion des SDS die staatsmono-
polistische Formierung der Universitäten in ihren strategischen
Vorschlägen überging und die Hochschule lediglich als Rekrutie-
rungsfeld für intellektuelle Grenzträger von Klassenbewußtsein
betrachtete, antizipierte sie partiell die anachronistische Kon-
zeption Joscha Schmierers. Unter Berufung auf Georg Lukacs 11)
glaubt Schmierer, den Zerfall der antiautoritären Bewegung über-
winden zu können, wenn sich die sozialistischen Studenten (als
seien sie die Juristen, Studienräte und Ärzte von 1920) durch
eine "existentielle Abspaltung" von der Bourgeoisie und dem
Kleinbürgertum emanzipieren und sich "auf den Standpunkt des Pro-
letariats stellen." 12)
In seiner begriffslosen Phobie gegen diejenige Intelligenzgruppe,
die er pejorativ als "Ideologen" etikettiert, reduziert er die
Arbeiterklasse auf ihren unmittelbar produktiven, Arbeit gegen
Kapital tauschenden mehrwerterzeugenden Teil und unterschlägt so
das Kriterium der nichtentlohnten Mehrarbeit als übergreifende
Bestimmung des Proletariats. Die Ausdehnung des Sektors unproduk-
tiver gesellschaftlicher Arbeit, die sich aus den Verwertungs-
schwierigkeiten des Kapitals und aus dem immanent widersprüchli-
chen Charakter des sowohl an Monopolinteressen als auch politisch
an ein Minimum öffentlicher Legitimation gebundenen bürgerlichen
Staates ableitet, läßt Schmierers forensische Unterscheidung von
"produktiver Wissenschaft" und "Ideologie" für eine strategische
Zuordnung der einzelnen Gruppen und Schichten des Intelligenzpro-
letariats in der Perspektive des Klassenkampfes als verfehlt er-
scheinen. Jenseits der Universität rechnen aber nicht nur die
Teile der wissenschaftlichen Intelligenz objektiv zum Proleta-
riat, die vom Standpunkt des Kapitalsaus betrachtet produktiv ar-
beiten, sondern diejenigen, die insgesamt die unbezahlte Mehrar-
beit leisten, gleichgültig, ob sie Arbeit gegen Kapital oder Re-
venue zur unmittelbaren Konsumtion tauschen, und sofern sie weder
mit Machtbefugnissen über Produktionsmittel ausgestattet sind
noch sich einen überdurchschnittlich hohen Anteil des gesell-
schaftlichen Mehrprodukts aneignen noch eine für die Erhaltung
des Systems unerläßliche politische, administrative oder judika-
tive Funktion ausüben.
Daß dennoch die unmittelbar produktive Industriearbeiterschaft
geschichtlich die Substanz des proletarischen Klassenkampfes bil-
dete und noch heute bildet, erklärt sich nicht allein aus einem
den Kapitalfetisch und die Warenstruktur der gesellschaftlichen
Totalität durchschauenden Produzentenbewußtsein, sondern auch
oder vielmehr wesentlich aus der kollektiven Erfahrung von Unter-
drückung im kapitalistischen Arbeitsprozeß. Noch immer erzeugt
diese konkrete, sinnlich-manifeste, kollektive Ausbeutungserfah-
rung im industriellen kapitalistischen Produktionsprozeß die
Grundlage für entwickeltere Formen von Klassenbewußtsein, Klas-
senorganisation und Klassenaktion des Proletariats. Trotz der
Zerschlagung der kommunistischen und sozialistischen deutschen
Arbeiterbewegung durch den Terror des Faschismus, der eine Ver-
schüttung von Klassenbewußtsein breiter Schichten des deutschen
Proletariats verursachte, manifestiert sich auch in den aktuellen
Erscheinungen des Klassenkampfes in der Bundesrepublik, daß die
industrielle Arbeiterschaft eher als andere Abteilungen des Pro-
letariats zur kollektiven Organisation und Aktion befähigt ist.
Wenn deshalb der industriellen Arbeiterschaft der kapitalisti-
schen Großbetriebe nicht nur aufgrund ihrer objektiv zentralen
Funktion als Garant des gesellschaftlichen Produktions- und Re-
produktionsprozesses die politische Qualität des "Kerns der Ar-
beiterklasse" zugeschrieben wird, 13) ist nichtsdestoweniger zu
beachten, daß kapitalistische Vergesellschaftung und Organisation
nichtmaterieller Arbeit tendenziell Bedingungen schaffen, deren
kollektive Erfahrbarkeit als Ausdruck von Unterdrückung und Aus-
beutung Bewußtseins- und Organisationsformen ermöglicht, welche
historisch im allgemeinen der industriell produzierenden Arbei-
terschaft vorbehalten waren. Da sich das Kapital kontinuierlich
bisher nicht kapitalisierter Bereiche der Arbeit bemächtigt und
dieses auch organisatorisch Bedingungen unterwirft, die denen der
industriellen Produktion zunehmend ähnlicher werden, wird sich
zukünftig die Potentialität politisch artikulierten Klassenbe-
wußtseins nicht mehr ausschließlich aus der Sphäre des unmittel-
baren materiellen Produktionsprozesses ermitteln lassen:
"Der Kapitalismus hat jedoch auch in diesen Sphären Eingang in
einem Maße gefunden, wie Marx zu seiner Zeit noch nicht für mög-
lich gehalten hat. Es sei auf die Entwicklung der Presse, des
Rundfunks, des Films und die anderen Erscheinungen des Kulturle-
bens hoch kapitalistischer Völker hingewiesen, die nichts anderes
sind als die kapitalistisch betriebene Produktion von Dienstlei-
stungen. Auch die nichtmaterielle Produktion steht im höchstent-
wickelten Kapitalismus unserer Zeit im Dienste der Kapitalverwer-
tung, weil die hierdurch bewirkte Abhängigkeit der Dienstleistun-
gen vom Kapital eine Garantie ist für die Erhaltung des kapitali-
stischen Systems." 14)
Während Joscha Schmierer die Studentenbewegung als "Revolte einer
eingebildeten freischwebenden Intelligenz" disqualifiziert und
ohne Rücksicht auf die strukturellen gesellschaftlichen Ursachen
der Bewegung sowie auf die veränderte soziale Situation der uni-
versitären Intelligenz dezisionistisch den Schluß zieht, die so-
zialistischen Studenten müssen existentiell mit der Bourgeoisie
brechen, um die Warengesellschaft in ihrer Totalität bekämpfen zu
können, hypostasiert Hans Jürgen Krahl die wissenschaftliche In-
telligenz zum "kollektiven Theoretiker des Proletariats". 15) In-
dem Krahl eine durch den Faschismus besiegelte elementare Enthi-
storisierung des proletarischen Bewußtseins unterstellt und das
proletarische "Arbeitsschicksal" als von den Lohnarbeitern nicht
mehr geschichtlich erfahrbar interpretiert, verschreibter sich
contra voluntatem jenen affirmativen Ideologien, welche die Re-
alität des Klassenkampfes mit dem Fetisch des konsumverfallenen
Bewußtseins und der Verdinglichungsmacht "sozialer Gratifikatio-
nen" verdecken wollen. Stillschweigend übernimmt Krahl die These
von Habermas, daß der "staatlich geregelte Kapitalismus" den
Antagonismus von Lohnarbeit und Kapital mit Hilfe einer allgemei-
nen Strategie der Konfliktvermeidung gleichsam sistiert habe und
so alles proletarische Widerstandspotential in die Randzonen der
"subkulturellen Überlieferung" 16) abgedrängt worden sei: "An die
Stelle langfristiger lebensgeschichtlicher Erwartungen sind heute
kurzfristige Reaktionen im Hinblick auf die Erwartung von Grati-
fikationen und Befürchtung von Sanktionen getreten. Der Arbeiter-
sohn, der heute eine Lehre beginnt, vermag sich in der Regel kei-
nen lebensgeschichtlichen Begriff von seinem biographischen Ar-
beitsschicksal zu machen. Das Prinzip Hoffnung wird aus dem Be-
wußtsein der Individuen eliminiert, oder, wie Marcuse versucht
hat zu entfalten: selbst das unglückliche Bewußtsein soll abster-
ben. Eine Agitation des Proletariats, die nicht das geschichts-
lose Lebensschicksal der Massen thematisiert, kann den Zusammen-
hang der Massen nicht rekonstruieren und emanzipative Bedürfnisse
nach einem glücklichen Leben weder freilegen noch zu einem poli-
tischen Totalitätsbewußtsein vermitteln." 17)
Da Krahl aber im Gegensatz zu Habermas die emanzipativ-revolutio-
näre Dimension der historischen Bewegung freizuhalten bemüht ist,
macht er die von ihm behauptete Geschichtslosigkeit des proleta-
rischen Massenbewußtseins zur Begründung des Avantgarde-Anspruchs
der wissenschaftlichen Intelligenz. Wie aber eine Intelligenz-
schicht, die vornehmlich dem Kleinbürgertum entstammt und dessen
an die Unmittelbarkeit gesellschaftlicher Erscheinungen und den
Fetischcharakter der Ware geheftetes Bewußtsein verinnerlicht
hat, zum "kollektiven Theoretiker des Proletariats" werden kann,
vermag Krahl nur mit einer antinomistischen Konstruktion zu er-
klären: einerseits werde die technische Intelligenz mit völliger
Geschichtslosigkeit ausgestattet und betrauere die kulturwissen-
schaftliche Intelligenz den Verlust fiktiven Eigentums an bürger-
licher Kultur, andererseits konstituiere die ambivalente Situa-
tion der unproduktiven Intelligenz zwischen kleinbürgerlicher
Enteignungsangst und Lohnabhängigkeit ein neues Prinzip der Be-
dürfnisartikulation. Die Einengung des Begriffes der emanzipativ-
revolutionären Bedürfnisentfaltung auf den gesellschaftlichen Er-
fahrungsradius der noch nicht ins Proletariat einbezogenen Intel-
ligenz impliziert die Verselbständigung der Krahlschen Argumenta-
tion von der Bewegung des Klassenkampfes, auf deren "Höhe" nach
Marx sich die Intelligenz emporarbeiten müsse, um an ihr revolu-
tionär teilnehmen zu können. 18)
Je weiter die objektive Integration der wissenschaftlichen Intel-
ligenz in den gesellschaftlichen Gesamtarbeiter fortschreitet,
umso relevanter wird die politische Selbstreflektion der univer-
sitären Intelligenz als zukünftigem Moment des Proletariats.
Diese Reflexion wird sich weder auf eine immanente Kritik des
bürgerlichen Charakters der Wissenschaften beschränken noch den
Zusammenhang von universitären Ausbildungsstätten und kapitali-
stischem Verwertungsprozeß desavouieren. Daraus folgt eine poli-
tische Praxis, die den sozialistischen Kampf an den Hochschulen
als Aktionselement des gesamtgesellschaftlich zu führenden anti-
monopolistischen Kampfes begreift: "Wenn wir von der Notwendig-
keit reden, den Kampf für die Interessen der Arbeiterklasse zu
führen, dann meinen wir das nicht abstrakt, sondern: Diesen Kampf
führen heißt konkret: Kampf an unserem sozialen Ort, an der Hoch-
schule, gegen die Unterdrückung von Wissenschaft und Ausbildung
unter die Profitinteressen der Monopole, heißt konkret: Kampf ge-
gen die staatsmonopolistische Formierung der Hochschule. Wenn wir
davon ausgehen, daß große Teile der Intelligenz objektiv und per-
spektivisch zu den Lohnabhängigen gehören werden, dann ist es
eben unsere Aufgabe, diese Studenten schon heute auf ihre spätere
Situation vorzubereiten; dazu gehört es, die grundsätzliche In-
teressenidentität zwischen großen Teilen der Intelligenz und der
Arbeiterklasse aufzuzeigen." 19)
VI
Im Zusammenhang mit Entstehung, Aktionsformen und strategischen
Zielen der Studentenbewegung aktualisierte sich das Problem des
revolutionären Utopismus. Konstitutiv für den bürgerlichen Uto-
pismus auf allen Entwicklungsstufen der bürgerlichen Gesellschaft
ist die analytisch unabgeleitete Negation des in der gesell-
schaftlichen Totalität als vermittelt sich darstellenden Grundwi-
derspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital. Der Schematismus des
diametralen Gegensatzes, der die theoretischen Konstruktionen des
revolutionären Utopismus historisch durchgängig beherrscht,
bleibt bis in die Phase des staatsmonopolistischen Kapitalismus
der geschichtlichen Fiktion verfallen, daß Erscheinung und Wesen
des Klassenantagonismus a priori identisch sind und durch unmit-
telbares Umschlagen zu einer neuen gesellschaftlichen Qualität
werden. Indem der revolutionäre Utopismus die dialektische Diver-
genz von Wesen und Erscheinung der Klassenkämpfe durch seine als
revolutionär ausgegebenen Prinzipien einebnet, reduziert er die
Geschichte der Klassenkämpfe, die auch in revolutionären Krisen
nie zum reinen Widerspruch erstarren, auf ein formalisiertes Ge-
genüber von Begriffen.
Die konkrete Totalität aber widersetzt sich der Beschwörung durch
das absolute Prinzip. Auf der Ebene des Klassenkampfes ist sie
durch Übergänge, Disparitäten, Brüche, Verschiebungen, in sich
kontroverse Verschränkungen und Verzögerungen gekennzeichnet.
Während der revolutionäre Utopismus Einzelmomente dieser in sich
widersprüchlichen Totalität zur Maxime seines Handelns erhebt,
versucht die marxistische Revolutionstheorie die Einheit der ge-
sellschaftlichen Mannigfaltigkeit zu durchdringen, ihre Einzelmo-
mente synthetisch zusammenzufassen und den so ermittelten Stand
der Klassenauseinandersetzung in mögliche Übergangsziele zu
transformieren.
Da der Klassenantagonismus aufgrund der in sich vermittelten Wi-
dersprüche die Möglichkeit des abrupten historischen Umschlags in
neue gesellschaftliche Qualitäten ausschließt, verfehlen alle
voluntaristisch aufs Ganze gehenden Revolutionsstrategien die
durch die gesellschaftliche Wirklichkeit determinierten Prioritä-
ten des politischen Kampfes.
Von der Geschichte verlangt der revolutionäre Utopismus indessen
jene totale Evidenz und Eindeutigkeit, welche seine gegen das
Konkrete gleichgültigen Prinzipien vorschreiben. Aber die konkre-
ten historischen Situationen verweigern sich der glatten utopi-
schen Konstruktion, wie sie sich im anarchistischen und linksra-
dikalen Dogmatismus widerspiegeln. Von Bakunins Postulat absolu-
ter Herrschaftslosigkeit über die Ablehnung des parlamentarischen
und gewerkschaftlichen Kampfes als revolutionärer Teilaufgabe
durch die deutschen Linksradikalen nach dem 1. Weltkrieg bis hin
zu Marcuses Strategie des gesellschaftstranszendenten revolutio-
nären Subjekts oder der artifiziellen Anwendung des chinesischen
Revolutionsmodells auf die Verhältnisse des westeuropäischen Mo-
nopolkapitalismus erhält sich das ideologische Stereotyp des re-
volutionären Utopismus, welcher das Problem der Vermittlung aus
der Kategorie des geschichtlichen Widerspruchs verbannt.
Angesichts der aktuellen Lage in der Bundesrepublik enthüllt sich
die Unfähigkeit des revolutionären Utopismus - welche theoreti-
sche Schattierung er auch immer aufweisen mag - als mangelnde
Einsicht in die Notwendigkeit, den Kampf um eine sozialistische
Gesellschaft unter den besonderen Bedingungen des westdeutschen
staatsmonopolistischen Kapitalismus sowie der politischen Situa-
tion und Bewußtseinsverfassung der Arbeiterklasse durch den Kampf
um demokratische Reformen von Staat und Gesellschaft dialektisch
vorzubereiten.
Lothar Peter
_____
1) A.M. Tjaden-Steinhauer und K.H. Tjaden: "Zur Analyse der So-
zialstruktur des deutschen Kapitalismus", in: DAS ARGUMENT,
9./10. Dez. 1970, S. 659/60.
2) Vgl. dazu Bergmann, Dutschke, Lefevre, Rabehl: REBELLION DER
STUDENTEN ODER DIE NEUE OPPOSITION, Reinbek bei Hamburg 1968.
3) Zur sozialen Herkunft der westdeutschen Studenten vgl. bei-
spielsweise Helmut Steiner: SOZIALE STRUKTURVERÄNDERUNGEN IM MO-
DERNEN KAPITALISMUS, Berlin 1967, insbesondere die Seiten 81 ff.
4) Jürgen Habermas: PROTESTBEWEGUNG UND HOCHSCHULREFORM (Die
Scheinrevolution und ihre Kinder), Frankfurt/M. 1969, S. 193.
5) Vgl. dazu: DIE NEUE ARBEITERKLASSE (Technische Intelligenz und
Gewerkschaften im organisierten Kapitalismus), hrsg. und einge-
leitet von Frank Deppe, Hellmuth Lange und Lothar Peter, Frank-
furt/M. 1970, insbesondere die Seiten 16 ff.
6) Eberhard Schmidt: DIE VERHINDERTE NEUORDNUNG 1945-1952 (Zur
Auseinandersetzung um die Demokratisierung der Wirtschaft in den
westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutsch-
land), Frankfurt/M., S. 223.
7) Elmar Altvater, Freerk Huisken: "Produktive und unproduktive
Arbeit als Karnpfbegriffe, als Kategorien zur Analyse der Klas-
senverhältnisse und der Reproduktionsbedingungen des Kapitals",
in: SOZIALISTISCHE POLITIK, 8, 1970, S. 56.
8) Vgl. dazu Herbert Marcuse: DER EINDIMENSIONALE MENSCH, Neu-
wied und Berlin 1967, insbesondere S. 234 ff und S. 258 ff.
9) Hans G. Helms, "Fetisch Revolution", in: AD LECTORES, Neuwied
und Berlin 1968, S. 131.
10) Vgl. die Kritik an den Auffassungen von Helmut Reiche und Pe-
ter Gang in der NEUEN KRITIK, Nr. 42/44, 1967. Diese Kritik wurde
unter dem Titel "Die Suche nach dem revolutionären Subjekt" von
Frankfurter und Marburger SDS-Mitgliedern verfaßt und illustriert
paradigmatisch die Position der "Traditionalisten".
11) Schmierer bezieht sich hier auf Georg Lukacs: "Zur Organisa-
tionsfrage der Intellektuellen", in: KOMMUNISMUS, Nr. 3, 1920 (I.
Jg.), S. 14-18.
12) Vgl. im folgenden Joscha Schmierer: "Zur Analyse der Studen-
tenbewegung", in: MARBURGER BLÄTTER, Nr. 130/131, 1970 (21. Jg.),
S. 3-9.
13) Vgl. dazu Heinz Jung: "Zur Diskussion um den Inhalt des Be-
griffs "Arbeiterklasse" und zu Strukturveränderungen in der west-
deutschen Arbeiterklasse", in: DAS ARGUMENT, Heft 9/10, 1970 (12.
Jg.), insbesondere die Seiten 667 ff und 695 ff.
14) Fritz Behrens: PRODUKTIVE UND TECHNISCHE INTELLIGENZ, rote
Texte, reihe Politökonomie, Raubdruck, S. 90.
15) Vgl. Joscha Schmierer, a.a.O., S. 4.
16) Vgl. im folgenden Hans-Jürgen Krahl: "Wissenschaftliche In-
telligenz und Arbeiterklasse", in: MARBURGER BLÄTTER, Nr.
130/131, 1970 (21. Jg.), S. 9-15.
17) Vgl. Jürgen Habermas: TECHNIK UND WISSENSCHAFT ALS IDEOLOGIE,
Frankfurt/M. 1968, insbesondere die Seiten 84 ff.
18) Hans-Jürgen Krahl, a.a.O., S. 13.
19) "Was will der Spartakus? "Interview mit Paul Schäfer, Sparta-
kus Marburg, in: MARBURGER BLÄTTER, Nr. 133, 1970 (21. Jg.), S.
15.
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