Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1973
zurück
Kurzanalysen, Berichte
ZUR BILDUNG UND ENTWICKLUNG VON KLASSENBEWUSSTSEIN IN DER BRD
(THESEN) *)
1.
Die Arbeiterklasse ist die Klasse der bürgerlichen Gesellschaft,
die mit der Entwicklung der modernen Produktivkräfte und der ka-
pitalistischen Produktionsverhältnisse wächst, und die heute in
den entwickelten kapitalistischen Ländern die bei weitem stärkste
und gesellschaftlich bedeutendste Klasse bildet. Ihre soziale
Emanzipation kann die Arbeiterklasse nur auf dem Wege des politi-
schen Kampfes erringen, indem sie - verbündet mit den anderen
Werktätigen - die politische Macht erobert und eine sozialisti-
sche Gesellschaft errichtet. "Die Arbeiterklasse ist revolutio-
när, oder sie ist nichts." (K. Marx) Vereinigung und Wissen,
Klassen b e w u ß t s e i n und Klassen o r g a n i s a t i o n
sind die entscheidende Grundlage der Kampfkraft der Arbeiter-
klasse. "Ein Element des Erfolges besitzt sie, die Zahl. Aber
Zahlen fallen nur in die Waagschale, wenn Kombination sie vereint
und Kenntnis sie leitet." (Karl Marx)
Klassenbewußtsein kann nicht als die Summe von Meinungen über die
jeweilige Situation der Klasse verstanden werden. Es ist auch
nicht das in einer gegebenen historischen Periode vorherrschende
"Durchschnittsbewußtsein" der Arbeiter über ihre soziale Lage,
ihre Stellung im kapitalistischen Produktionsprozeß und über die
politischen Verhältnisse. Von Klassenbewußtsein kann - im marxi-
stischen Sinne - erst dann gesprochen werden, wenn und insoweit
die grundlegenden Gegenwarts- und Zukunftsinteressen der Klasse
erkannt werden. Klassenbewußtsein kann nicht gefaßt werden, ohne
den Zusammenhang mit der objektiven gesamtgesellschaftlichen Lage
der Arbeiterklasse sowie mit der konkreten und der geschichtlich
notwendigen Praxis des Klassenkampfes zu beachten. Wird dieser
Zusammenhang zerrissen, so muß das zu einer Reduktion auf sozial-
psychologische Details führen. "Es handelt sich nicht darum, was
dieser oder jener Proletarier oder selbst das ganze Proletariat
als Ziel sich einstweilen vorstellt. Es handelt sich darum, was
es ist, und was es diesem Sein gemäß geschichtlich zu tun gezwun-
gen sein wird." (Marx/Engels)
Für die Analyse der in der Arbeiterklasse jeweils vorhandenen
oder sich entwickelnden Stufe von Klassenbewußtsein und seiner
Verbreitung gibt dieser Zusammenhang mit der objektiven Lage und
mit der konkreten sowie der historisch notwendigen Praxis die
K r i t e r i e n für die Unterscheidung von in der Arbeiter-
klasse infolge der ökonomischen, politischen und geistigen Herr-
schaft des Kapitals verbreiteten bürgerlichen Bewußtseinsformen
und den sich entwickelnden Elementen von Klassenbewußtsein.
2.
Klassenbewußtsein ist das Bewußtsein nicht einer Klasse an sich,
sondern der Klasse f ü r s i c h, es ist politisches Bewußt-
sein. Von entwickeltem Klassenbewußtsein der Arbeiter kann _ im
Sinne von Marx, Engels und Lenin - nur gesprochen werden, wo a)
das Bewußtsein des gesamtgesellschaftlichen Klassengegensatzes
von Kapital und Arbeit vorhanden ist; b) die Notwendigkeit des
politischen Kampfes und der Konzentration des Klassenkampfes der
Arbeiterklasse im politischen Kampf erkannt wird; c) die Einsicht
gegeben ist, daß die ökonomische, politische und geistig-morali-
sche Befreiung der Arbeiterklasse nur durch die Erringung der po-
litischen Macht und die Überwindung der kapitalistischen Gesell-
schaft möglich ist E n t w i c k e l t e s Klassenbewußtsein
muß daher identisch mit sozialistischem Bewußtsein angesehen wer-
den, als die Bejahung und das Sich-zu-eigen-machen der entschei-
denden Schlußfolgerungen des wissenschaftlichen Sozialismus.
3.
Die Herausbildung, Entwicklung und Ausbreitung von Klassenbewußt-
sein in der Arbeiterklasse ist als dauernder, ständig der konkre-
ten Reproduktion bedürftiger Prozeß aufzufassen, in dem
l e t z t l i c h auf Basis der sozialökonomischen Entwicklung
die objektiven und subjektiven Faktoren in dialektischer Wechsel-
wirkung und Vermittlung zusammenwirken. Klassenbewußtsein bildet
sich nicht u n m i t t e l b a r aus der Stellung der Arbeiter-
klasse im Produktionsprozeß, aus ihrer Lage und den daraus ent-
springenden ökonomischen Tagesinteressen. Die aus der Alltagser-
fahrung entstehende Widerspiegelung des gesellschaftlichen Seins
in der Arbeiterklasse erfaßt nicht unmittelbar den Gesamtzusam-
menhang, die fundamentalen Klassenwidersprüche und die Entwick-
lungstendenzen der kapitalistischen Gesellschaft.
Das Bewußtsein der Klasse f ü r s i c h entsteht als Ergebnis
der w i s s e n s c h a f t l i c h e n Analyse der kapitali-
stischen Gesellschaft und des historischen Entwicklungsprozesses,
und als Resultat des politischen Klassenkampfes, es muß der
Klasse durch eine bewußte Avantgarde, durch eine marxistische Ar-
beiterpartei, die sich die Ergebnisse der Theorie des wissen-
schaftlichen Sozialismus zueigen gemacht hat, vermittelt werden.
Die Klassiker des Marxismus betonen, daß die herrschenden Ideen
der kapitalistischen Gesellschaft die Ideen der herrschenden ka-
pitalistischen Klasse sind, und daß die Arbeiter infolge ihrer
g e s a m t e n Lebenssituation nicht gleichmäßig und in ihrer
Gesamtheit zum Bewußtsein ihrer Klassen Interessen und geschicht-
lichen Ziele gelangen können. Die Kommunisten haben theoretisch
vor der übrigen Masse des Proletariats "die Einsicht in die Be-
dingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletari-
schen Bewegung voraus." (Marx/ Engels) 1)
Was spontan und massenhaft, unmittelbar aufgrund ihrer Lage in
der Arbeiterklasse entsteht, ist g e w e r k s c h a f t-
l i c h e s (trade-unionistisches) Bewußtsein, das man als Keim-
form, als elementare Vorstufe von Klassenbewußtsein ansehen kann.
(Lenin) Die Bewußtseinsentwicklung der Arbeiterklasse und der
Arbeiterbewegung in den verschiedenen kapitalistischen - Ländern
und die Ungleichmäßigkeit dieser Entwicklung bleibt unerklärt und
unerklärbar, wenn man die Stellung im Produktionsprozeß und die
soziale Lage als allein bestimmend für die Herausbildung und
Verbreitung von Klassenbewußtsein ansieht und diese unter
Negierung des subjektiven Faktors als einen elementaren Prozeß
auffaßt.
Offensichtlich spielen - auf der Grundlage der sozialökonomischen
Verhältnisse und der Entfaltung der dem Kapitalismus immanenten
Widersprüche - für die Bildung und Verbreitung von Klassenbewußt-
sein die Vermittlungen politischer und ideologischer Art eine we-
sentliche Rolle: die größere oder geringere Stabilität des kapi-
talistischen Systems, der ökonomischen und politischen Verhält-
nisse in den betreffenden Ländern und die damit zusammenhängende
Manövrierfähigkeit und Flexibilität in den Herrschaftsmethoden
des Kapitals; die Breite und Schärfe der Klassenkämpfe, die die
Arbeiterklasse und die Arbeiterbewegung eines bestimmten Landes
durchliefen und das daraus resultierende Kräfteverhältnis der
Klassen in Vergangenheit und Gegenwart; der Einfluß der bürgerli-
chen Ideologie in all ihren Formen und Schattierungen, darunter
besonders sozialpartnerschaftlicher und sozialreformistischer Il-
lusionen in der Arbeiterklasse, die Stärke der Gewerkschaften und
die Konsequenz und Kampfbereitschaft, mit der sie die Klassenin-
teressen vertreten; der Einfluß der revolutionären Strömung in
der Arbeiterklasse, insbesondere die Stärke und der Einfluß einer
selbständigen Arbeiterpartei mit marxistischem Programm und einer
den objektiven und subjektiven Bedingungen gerecht werdenden
Strategie und Taktik. Diese und andere Faktoren, die miteinander
zusammenhängen und einander durchdringen, bestimmen maßgeblich
die Entwicklung von Klassenbewußtsein.
4.
Auch durch die jahrzehntelange Herrschaft des Faschismus konnte
das Bewußtsein grundlegender Interessengemeinsamkeit in der Ar-
beiterklasse nicht völlig zugeschüttet werden. Gerade die Erfah-
rungen mit der faschistischen Form bürgerlicher Klassenherr-
schaft, für deren Verarbeitung der Boden im Bewußtsein größerer
Teile der deutschen Arbeiterklasse allerdings erst mit den mili-
tärischen Niederlagen und der schließlich militärischen Zerschla-
gung des Faschismus entstand, waren der Ausgangspunkt für die
emotionale Abwendung vom Kapitalismus, für antikapitalistische
Stimmungen und Einsichten der Arbeiterklasse auch der westlichen
Besatzungszonen. Der rasche Aufbau der Gewerkschaftsbewegung war
Ausdruck für ein sich wiederentwickelndes Bewußtsein der gemein-
samen Klassenlage. Die damalige Programmatik der SPD-Führung und
selbst der CDU/CSU waren nicht zuletzt ein Tribut an diese Stim-
mungen. Gleichzeitig standen schon in der ersten , Nachkriegszeit
der Entwicklung von Klassenbewußtsein starke Hemmnisse entgegen.
So konnte z.B. das durch die Masse von Umsiedlern und Flüchtlin-
gen verschärfte Elend einen Ansatzpunkt für Spaltungstendenzen
und antikommunistische Demagogie bilden. 2)
Die Befreiung vom Faschismus war von außen erfolgt. Kampferfah-
rungen mußten sich erst neu wiederherstellen. Unter diesen Bedin-
gungen konnte die Illusion, das Monopolkapital sei unfähig, seine
Ordnung wiederherzustellen, es werde unvermeidlich scheitern und
planwirtschaftlich-sozialistische Maßnahmen wären zwingend, in
breiten Teilen der Gewerkschaftsbewegung Fuß fassen. Die Über-
nahme des während des Faschismus tief verankerten Antikommunismus
und seine Anpassung an die neuen Bedingungen durch die West-
mächte, die Unterstützung der gegen die Sowjetunion und gegen die
kommunistische Bewegung gerichteten Politik durch die sozialdemo-
kratische Führung, der gesamte Restaurationsprozeß schufen im
ökonomischen, politischen und geistigen Leben die Voraussetzun-
gen, die eine höhere und breitere Entfaltung von Klassenbewußt-
sein verhinderten. Mit dem Einsetzen der Phase rascher Akkumula-
tion gelang es der herrschenden Klasse auf der Grundlage der ent-
täuschten Hoffnungen die Vorstellung vom "Wirtschaftswunder", vom
unbegrenzten Spielraum der "sozialen Marktwirtschaft", von einem
"neuen" Kapitalismus zu verbreiten. Der durch die weit schlech-
tere Ausgangsposition der damaligen sowjetischen Besatzungszone
bedingte Abstand in der Höhe des Lebensstandards erleichterte die
Ausbreitung von Illusionen über den Charakter der kapitalisti-
schen Ordnung.
Selbst in dieser Entwicklungsphase konnten gewisse grundlegende
Erfahrungen der Klassenlage in der westdeutschen Arbeiterschaft
nicht ganz ausradiert werden. Die Arbeiter westdeutscher Großbe-
triebe sahen die Gesellschaft weiterhin als strukturiert durch
ihnen fremde Machtprozesse, geteilt in ein "Oben" des Kapitals
und ein "Unten", den kollektiven Ort der Arbeiter in dieser Ge-
sellschaft. Selbst nachdem Mitte der 50er Jahre eine langdauernde
Konjunktur einsetzt, bleibt die Furcht vor der Bedrohung der Ar-
beitsplätze unter kapitalistischen Verhältnissen tief verankert;
in der zwiespältigen Haltung gegenüber dem technischen Fort-
schritt drückt sich weiterhin der objektive Widerspruch zwischen
der Produktivkraftentwicklung und den gesellschaftlichen Folgen
dieses Prozesses im Kapitalismus aus. 3)
Aber diese Bewußtseinselemente blieben unverbunden. Die entschei-
dende Schranke dieser Stufe des Bewußtseins in der Arbeiterklasse
war das mangelnde geschichtliche Element. Die Verhältnisse wurden
nicht als geschichtlich entstanden, durch den K a m p f der ge-
gensätzlichen Kräfte geprägte und daher auch nicht als durch die
Aktion der Arbeiterklasse aktuell und prinzipiell veränderbare
Verhältnisse aufgefaßt.
Die Enttäuschung der Erwartungen in der unmittelbaren Nachkriegs-
zeit wirkte in der Verdrängung der historischen Erfahrung und
Perspektive nach. Auf die Verdrängung der Erfahrung vom Zusammen-
hang von Monopolkapitalismus und Faschismus, Monopolkapitalismus
und Krieg sowie der historischen Perspektive aus dem Denken und
Handeln der Arbeiterklasse zielte besonders die von den herr-
schenden Kreisen betriebene Illegalisierung der kommunistischen
Partei in der Bundesrepublik. Sieht man von einer kleinen Minder-
heit ab, so lebten in den Köpfen der westdeutschen Arbeiter
Bruchstücke, Ansatzpunkte von Klassenbewußtsein, untereinander
nicht mehr und noch nicht wieder verbunden. Antikommunismus und
die Idee der "Sozialpartnerschaft", Hauptbestandteile nicht nur
der offiziell herrschenden großkapitalistischen, sondern auch der
rechtssozialdemokratischen Ideologie, waren in der Arbeiterklasse
weit verbreitet.
5.
Seit Beginn der 60er Jahre verschärfen sich die objektiven Wider-
sprüche, verstärken sich die Schwierigkeiten für das herrschende
System. Die vorherige politische Gesamtstrategie der herrschenden
Kreise war 1961 gescheitert. Das Reservoir an qualifizierter Ar-
beitskraft aus der DDR stand nicht mehr zur Verfügung, die durch
die versäumten Infrastrukturinvestitionen entstandenen Verzerrun-
gen traten stärker hervor. Das durchschnittliche Wachstumstempo
wurde geringer. Die technologischen Freisetzungen und die Struk-
turkrise führten noch nicht zur Arbeitslosigkeit, konnten durch
die Konjunktur noch aufgefangen werden. Aber die Veränderungen
trugen dazu bei, daß das Gefühl der Unsicherheit größer wurde und
sich im Bewußtsein der Arbeiter und Angestellten Wandlungen vor-
bereiteten.
Einen wichtigen Einschnitt für die Bewußtseinsentwicklung in der
Arbeiterklasse der Bundesrepublik bilden die Krise 1966/67 und
die Septemberstreiks 1969. Die Krise 1966/67 erschütterte in Be-
legschaften von Großbetrieben die Vorstellung vom störungsfreien
Wachstum im Kapitalismus und drängte sozialpartnerschaftliche Il-
lusionen teilweise zurück. Es bestätigte sich, daß wirtschaftli-
che Krise und krisenhafte Erscheinungen nicht automatisch zu Ak-
tionen führen, daß sie aber die Entwicklung des Arbeiterbewußts-
eins in der Arbeiterklasse beschleunigen, insbesondere dann, wenn
der betriebliche Kern in der Lage ist, diese Erfahrungen mit der
Gesamtheit schon bestehender Erkenntnisse zu verbinden.
Neue Elemente im Bewußtsein der Arbeiterklasse der BRD sind mit
den Septemberstreiks 1969 sichtbar geworden. Die damals durch das
IMSF getroffenen Feststellungen wurden inzwischen auch durch ei-
nige Befragungen und Analysen der bürgerlichen Soziologie bestä-
tigt. Sie wurden unterstrichen und erweitert durch die Aktionen
und Bewegungen, die sich seitdem ereigneten. (Streiks in der Che-
mieindustrie, Metallarbeiterstreiks in Baden-Württemberg, Ar-
beitsniederlegungen zur Verteidigung der Brandt-Regierung,
Streiks bei Hoesch und Mannesmann). In den Septemberstreiks trat
bei den streikenden Belegschaften eine Bewußtseinsentwicklung zu-
tage, die neue Momente enthielt. Diese Keimform von Klassenbe-
wußtsein orientiert sich an den offenkundigen ökonomischen Fakten
der Ausbeutung und am Klassengegensatz, wie er sich auf der Ebene
des Betriebs darstellt: Unternehmerinteressen gegen Belegschaft-
sinteressen. Wichtig ist, daß die Erkenntnis des Interessenwider-
spruchs verbunden wird mit der Erkenntnis eigener Aktionsmöglich-
keiten.
Ist einmal eine gewisse eigene Erfahrung im Auskämpfen von Kon-
flikten gesammelt, so erreicht die Bereitschaft, die eigene Kraft
einzusetzen, eine meßbar höhere Stufe: K a m p f e r f a h-
r u n g m a c h t k a m p f b e r e i t. Das bestätigt, daß
eine Überwindung der Haltung des Sich-Abfindens in breiterem
Maßstabe nicht als isolierter Bewußtseinsprozeß denkbar ist. Da
es sich um ein praktisches Verhältnis handelt, ist es auch nur im
Zusammenhang mit der eigenen Praxis zu verändern. Die Mitbe-
stimmungsuntersuchungen in drei Konzernbetrieben haben gezeigt,
wie eng die Entwicklung eines kämpferischen Bewußtseins und der
Abbau von sozialpartnerschaftlichen Vorstellungen mit der
betrieblichen Konflikt- und Kampferfahrung verknüpft sind.
Ein Grundelement dieses Bewußtseins ist das Streben nach einheit-
lichem Handeln. Die Geschlossenheit der Belegschaft wird als eine
wesentliche Bedingung des Erfolgs bei der Durchsetzung der eige-
nen Interessen erlebt.
Zugleich wurde sichtbar, daß Einsichten in die strukturellen Ver-
hältnisse der kapitalistischen Gesellschaft nicht von selbst aus
der Erkenntnis des Gegensatzes Unternehmer-Belegschaft im Betrieb
entwickelt werden. Schon die Übertragung der Erkenntnisse von der
betrieblichen und Arbeitsplatzebene auf das Unternehmen und den
Konzern ist ein Prozeß, der auch nicht spontan verläuft. Entwick-
lung von politischem Klassenbewußtsein ist aber nur möglich bei
Überschreiten der unmittelbaren und betrieblichen Erfahrungen.
6.
Wenn wir die gegenwärtige Situation des Bewußtseins der Arbeiter
in der BRD umreißen wollen, so fallen als erstes die sehr großen
Unterschiede zwischen verschiedenen Abteilungen und Gruppen der
Arbeiter auf. Die - solange der Kapitalismus existiert nicht zu
überwindenen - Niveauunterschiede im Entwicklungsgrad des Bewußt-
seins verschiedener Gruppen der Arbeiterklasse sind durch die be-
sondere Entwicklung in der Bundesrepublik eher noch stärker be-
tont worden. In weiten Bereichen werden die herrschenden Verhält-
nisse von den Arbeitern immer noch als gegeben hingenommen. Das
trifft in höherem Maße zu für die Arbeiter in noch geringer ent-
wickelten Regionen, für Gruppen mit bäuerlicher und kleinbürger-
licher Herkunft, für Gruppen, die noch stark konservativ-kirchli-
chen Einflüssen (z.B. Südwürttemberg) oder konservativ-nationali-
stischen Einflüssen (z.B. Teile Frankens) unterliegen, für Beleg-
schaften mit einem hohen Pendleranteil aus noch überwiegend
nichtindustriell bestimmten Wohnorten. Diese Haltung findet sich
auch immer noch stärker bei weiblichen Lohnabhängigen als bei
männlichen, und auch noch stärker bei technischen und vor allem
kaufmännischen Angestellten als bei Arbeitern. Schon diese Auf-
zählung zeigt, daß gerade auf dieser Ebene die herrschende Klasse
mit einer Vielzahl ideologischer Mittel bei unterschiedlichen
Seiten der Lebensbedingungen dieser Teile der Arbeiterklasse an-
zuknüpfen sucht und so ideologische Formen produziert, deren Ge-
meinsamkeit in einem Negativum besteht: in der resignativen An-
passung, die die Entwicklung weiterführender Erfahrungen verhin-
dert. Zugleich ist einiges in Bewegung geraten; dies sowohl auf
Grund der objektiven Entwicklung des Kapitalismus selbst als auch
auf Grund der Klassenkämpfe und Bewegungen, die auch auf die bis-
her mehr oder weniger "toten Winkel" auszustrahlen beginnen.
In wichtigen Teilen der westdeutschen Arbeiterklasse haben sich
etwa seit 1966 neue Bewußtseinselemente durchgesetzt, die infolge
der Verbindung der Erkenntnisse des Interessenwiderspruchs vor-
nehmlich auf betrieblicher Ebene mit der Erkenntnis eigener Akti-
onsmöglichkeiten Keimformen von Klassenbewußtsein darstellen.
Dies trifft in stärkerem Maße für die industriell entwickelten
Regionen, für Belegschaften von Großbetrieben, insbesondere in
der metallverarbeitenden und stahlerzeugenden Industrie, aber
auch in anderen Industriezweigen zu. Innerhalb des aktiven Kerns
der Belegschaften, für die ein solches kämpferisches Arbeiterbe-
wußtsein typisch ist, finden sich zum Teil weiterreichende Ein-
sichten und Erkenntnismomente. Von einem entwickelten Klassenbe-
wußtsein kann man aber auch nur bei kleinen Minderheiten inner-
halb dieses aktiven Kerns sprechen.
Auf p o l i t i s c h e m Gebiet kann man feststellen, daß ge-
rade innerhalb der Teile der westdeutschen Arbeiter, bei denen
sich Vorstufen eines Klassenbewußtseins herausgebildet haben, die
Bindung an die Sozialdemokratie und damit auch die integrierende
Wirkung der offiziellen SPD-Politik stark ausgeprägt ist. Die
traditionelle und emotionale Identifikation mit der
Sozialdemokratie wirkt als Zwischenglied zur Identifikation mit
dem gegebenen monopolkapitalistischen Staat der Bundesrepublik.
Andererseits muß man feststellen, daß sich gewisse Fortschritte
auf dem Gebiet des politischen Bewußtseins im Zuge der
beschriebenen Veränderungen seit 1966 gezeigt haben. Der Abbau
des für die vorhergehende Phase auch in der Arbeiterschaft
kennzeichnenden Antikommunismus ist jedoch immer noch begleitet
von Vorurteilen und grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber den
sozialistischen Ländern. Wiederum nur bei einer Minderheit geht
die Kritik am bürgerlichen Staat über Unbehagen und Einzelpositi-
onen hinaus, verbindet sich Systemkritik mit sozialistischer
Perspektive.
Auf der Grundlage des Lohnverhältnisses und des dadurch produ-
zierten ideologischen Scheins trägt die herrschende Klasse, im
Besitz der Mittel zur Verbreitung von Meinungen und Informatio-
nen, bürgerliches Bewußtsein in die Arbeiterklasse. Dieser grund-
legende Mechanismus gilt nach wie vor. Für die konkrete heutige
Entwicklung kommen eine Reihe abgeleiteter Momente in der sozial-
ökonomischen Lage und ihrer Reflexion in der Arbeiterklasse
hinzu. Unübersehbar ist der Einfluß der langen Konjunkturperiode.
Der objektive Manövrierraum wurde von der herrschenden Klasse auf
staatlicher und auf betrieblicher Ebene ausgefüllt. Übertarifli-
che Lohnbestandteile, an die Dividendenhöhe gekoppelte Prämien,
Werkswohnungen und Werkskredite gehören ebenso hierher wie etwa
die konkrete Gestalt des Betriebsverfassungsgesetzes. In diesen
Zusammenhang gehört auch der ganze Katalog von Maßnahmen zur so-
genannten Vermögensbildung, verbunden mit der demagogischen
Gleichsetzung von persönlichem Eigentum und kapitalistischem Pro-
duktionsmitteleigentum und der Unterstellung, als wolle der So-
zialismus das persönliche Eigentum beseitigen.
Die Vorstellungen von einer möglichen und anzustrebenden sozialen
Partnerschaft von Lohnarbeit und Kapital stellen einen wichtigen,
die Entwicklung von Klassenbewußtsein hemmenden Faktor dar. Die
Verbreitung dieser Vorstellungen steht weiterhin im Mittelpunkt
der ideologischen Strategie der herrschenden Klasse. Doch ist im
Zusammenhang mit den Erfahrungen seit 1966 sozialpartnerschaftli-
ches Denken etwas zurückgedrängt worden. Auf politischer Ebene
ist die auf der Grundlage von Kaltem Krieg und
"Wirtschaftswunder" entstandene und gefestigte Identifikation von
großen Teilen der westdeutschen Arbeiterklasse mit dem bürgerli-
chen Staat verbunden mit antisozialistischen Vorbehalten und an-
tikommunistischen Vorstellungen das wichtigste ideologische Hemm-
nis. Der Rückgang und die Auflösung extremer Formen des Antikom-
munismus im Massenbewußtsein dürfen nicht darüber hinwegtäuschen,
daß zusammen mit der Ablösung der CDU-Regierung durch die SPD-
FDP-Koalition die Illusionen über den kapitalistischen Staat und
den Klasseninhalt der bürgerlichen Demokratie eher noch gewachsen
sind.
7.
Der Kampf um die Höhe des Arbeitslohns und unmittelbar mit diesem
Kampf zusammenhängende Konflikte stellen nach wie vor den haupt-
sächlichen Konfliktbereich dar, in dem sich der Widerstreit der
eigenen Interessen läge mit den Interessen des Kapitals für Ar-
beiter und Angestellte praktisch erfahren läßt. Für die meisten
ergibt sich der Zugang zur Entwicklung von Klassenbewußtsein aus
den Erfahrungen, die sie in diesem Bereich haben sammeln können.
Eine Verachtung dieses Konfliktfeldes in dem Sinne, daß die hier
ausgefochtenen Kämpfe immer nur zu reformistischem, die auf ande-
ren Feldern ausgefochtenen Kämpfe zu revolutionärem Bewußtsein
führen, verkennt nicht nur, daß es bei allen Kämpfen und Ausein-
andersetzungen um Einzelforderungen darauf ankommt, diese mit den
gesamtgesellschaftlichen Widersprüchen zu vermitteln, sondern sie
ist zugleich eine kaschierte Verachtung der Massen, für die der
Konflikt um die unmittelbaren sozialen Forderungen eine Auseinan-
dersetzung ist, die ihre ganze Existenz berührt. Die Kritik an
den elitären und undialektischen Auffassungen von Maltet und Gorz
soll aber nicht vergessen machen, daß in der Tat neben den sozu-
sagen klassischen Zugängen die Entwicklung des staatsmonopolisti-
schen Kapitalismus selbst neue Türen zur Gewinnung grundsätzli-
cher Erkenntnisse für die Arbeiterklasse geöffnet hat. Der Wider-
spruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneig-
nungsweise tritt im Zusammenhang mit der Höherentwicklung der
Produktivität immer schärfer an solchen Bereichen wie der Bildung
und Ausbildung, der Boden- und Raumplanung, der Mieten, des Ver-
kehrssystems und der Verkehrstarife, dem Gesundheitswesen, der
medizinischen Versorgung und der Umweltproblematik hervor. Die
Mieterbewegungen und Rote-Punkt-Aktionen, die Auseinandersetzun-
gen im Bereich der Bildungspolitik und die Kämpfe gegen die Miß-
stände in der Lehrlingsausbildung sind lebendige Beweise dafür,
daß diese Konfliktfelder Bedeutung gewinnen und neue Zugänge zu
Klassenbewußtsein eröffnen. Es handelt sich hier zum großen Teil
um Bedürfnisse, die immer weniger individuell über den Lohn zu
befriedigen sind, und die daher kollektiver Lösung bedürfen. Die
Tatsache, daß sich gerade in diesen Bereichen die Vorzüge einer
sozialistischen Wirtschaftsordnung unmittelbar deutlich machen
lassen, führt dazu, daß bei Konflikten dieses Typs die vorhan-
denen Massenvorurteile gegen den Sozialismus weniger wirksam
sind.
Eine Reihe von politischen Problemen hat zur Entwicklung von Ele-
menten von Klassenbewußtsein beigetragen. In der Regel handelte
es sich jedoch nicht um Kämpfe zur Eroberung n e u e r politi-
scher Positionen, sondern um Kämpfe zur Verteidigung bestehender.
Insbesondere die Ostermarschbewegung, der Kampf gegen die Not-
standsgesetze 1966 -1968, die Auseinandersetzungen mit dem
Neonazismus 1969 und die Streiks und Demonstrationen gegen den
Versuch der CDU/CSU, die Verträge von Moskau und Warschau zu tor-
pedieren und die Brandt-Scheel-Regierung zu stürzen, haben einen
breiten Widerhall unter den Arbeitern und Angestellten gefunden.
Die Bereitschaft, bestehende Mitbestimmungsrechte zu verteidigen,
ist ebenfalls dort zum Ausdruck gekommen, wo das Kapital ver-
suchte, diese einzuschränken oder aufzuheben. Der Indochina-Krieg
hat vor allem jüngeren Arbeitern und Angestellten Einsichten in
den Charakter des heutigen Kapitalismus vermittelt.
In allen Bereichen ist entscheidend, inwieweit die objektiven
Konflikte bewußt ausgekämpft werden und in diesen Kämpfen sich
Massenerfahrungen sammeln lassen. Aber darüber hinaus entscheidet
der Grad und die Tiefe der Vermittlungen des Einzelkonflikts mit
den strukturellen gesamtgesellschaftlichen Widersprüchen und die
damit zusammenhängende Vermittlung der positiven Alternative über
das Maß, in dem solche Bereiche Klassenbewußtsein entwickeln und
weiterentwickeln.
Wenn auch die DKP kein Monopol auf die Vermittlung von Einzeler-
fahrungen zu den gesamtgesellschaftlichen Beziehungen besitzt, so
ist doch diese Vermittlung ihre wesentliche Aufgabe. Die Schärfe
der objektiven Widersprüche und auch die Massenhaftigkeit von
daraus entstehenden Kämpfen allein stellen nur die eine Seite im
Entwicklungsprozeß von Klassenbewußtsein dar. Die andere Seite
ist der subjektive Faktor: die Organisationen der Arbeiterklasse
- ihre Gewerkschaften, Arbeiterjugendorganisationen und vor allem
ihre marxistische Partei. Die Entwicklung der DKP zu einer Partei
mit Masseneinfluß ist deshalb eine entscheidende Aufgabe für die
Entwicklung und Weiterentwicklung des Klassenbewußtseins der
westdeutschen Arbeiter und Angestellten.
W. v. Heiseler, J. Schleifstein
_____
*) Die Referatthesen stützen sich auf die Darlegungen in: Bei-
träge des IMSF 3: Klassen- und Sozialstruktur der BRD 1950-1970,
Teil I: Klassenstruktur und Klassentheorie (Ffm. 1972); sowie auf
die Ergebnisse der sozialstatistischen Analyse (Teil II: Sozial-
statistische Analyse, Ffm. - Mitte des Jahres 1973).
1) "Weil die Arbeiterklasse, wie Marx, Engels und Lenin betonen,
infolge ihrer gesamten Lebenssituation nicht gleichmäßig und in
ihrer Gesamtheit zum Bewußtsein ihrer Klasseninteressen und ge-
schichtlichen Ziele gelangen kann, ergibt sich die außerordent-
lich hohe Bedeutung des subjektiven Faktors, der marxistischen
Arbeiterpartei, die, wie es im "Manifest" heißt, von der übrigen
Masse des Proletariats "die Einsicht in die Bedingungen, den Gang
und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung" voraus
hat." (Referat, Manuskript-Seite 6).
2) "Die Verwandlung großer Gruppen von Menschen, die vor Faschis-
mus und Krieg als Kleineigentümer zu den selbständigen Mittel-
schichten gehörten, in Lohnarbeiter trug in die Arbeiterklasse
massenhaft Bewußtseinsstrukturen hinein, die noch mit ihrer frü-
heren Existenzweise und der dazugehörigen sozialen und politi-
schen Tradition verknüpft waren. Die katastrophale Versorgung,
der Aufschwung von Schwarzmarkt und Kompensationsgeschäften, der
soziale Aufstieg von zwielichtigen Zwischenhändlern, die aus der
Not geborene rücksichtslose Konkurrenz bei der Beschaffung le-
bensnotwendiger Güter - diese Faktoren trugen zur Herausbildung
der sich weit auch in der Arbeiterklasse verbreitenden und in
vielen Untersuchungen beschriebenen Haltung der "Ich-Bezogenheit"
bei. Der Rückzug in die "unpolitische" Privatsphäre und damit die
passive Hinnahme der Herrschaft des Großkapitals." (Referat, Ma-
nuskript-Seite 11).
3) "Wesentlich anders sah die Haltung zur Gewerkschaft bei den
Angestellten aus. Zwar kann man in dem Jahrzehnt zwischen 1951
und 1961 z.B. im Bereich der größten Gewerkschaft, der IG Metall,
eine Zunahme der Angestellten um 29,9 % beobachten, aber der An-
teil der organisierten Angestellten insgesamt ist immer noch äu-
ßerst niedrig, weniger als halb so hoch als der Anteil der orga-
nisierten Arbeiter. Die Mehrzahl der Angestellten denkt noch im-
mer in den Kategorien "Hierarchie" und "Status", die Vorstellung
von der Gesellschaft als einer gegliederten Pyramide oder einer
Leiter und die Vorstellung von dem nahezu stets individuell mög-
lichen Auf- und Abstieg und die ebenso trügerische Vorstellung,
man selbst, "die Angestellten" befänden sich in der Mitte dieser
Leiter. Die Ursachen der auffälligen Unterschiede in der sozialen
und politischen Vorstellungswelt von Arbeitern und Angestellten,
obwohl objektiv die Mehrzahl der Angestellten die gleiche Klas-
senlage einnimmt, sind einmal die objektive Differenzierung der
verschiedenen Aufgaben im Prozeß des kapitalistischen Produkti-
ons- und Verwertungsprozesses, die hier durchschlägt und im ge-
gebnen Fall auch konkrete Sonderinteressen verschiedener Schich-
ten innerhalb der Arbeiterklasse bedingen kann. "Die Ausbeutung
des Arbeiters bei der unmittelbaren Bearbeitung des Arbeitsgegen-
standes reflektiert sich bei ihm im Bewußtsein anders, als die
vor, neben und hinter dem betrieblichen Fertigungs- und gesell-
schaftlichen Produktionsprozeß beim Angestellten." Zweitens spie-
len immer noch die sozialhistorischen Besonderheiten und die da-
mit verbundenen unterschiedlichen Traditionen eine Rolle. Die
Tatsache, daß die Angestellten im Anfang der kapitalistischen
Entwicklung der bürgerlichen Klasse nahestanden und die Chance
hatten, in die bürgerliche Klasse aufzusteigen, wirkt auch in
dieser Periode noch nach. Hinzu kommt, daß der Anteil der männli-
chen Angestellten, deren Väter Selbständige waren, in dieser Pe-
riode immer noch 1/4 betrug. Als eine dritte Ursache für die Ver-
schiedenheiten in der Gedankenwelt der Arbeiter und Angestellten
muß man den bei diesen objektiven Differenzen ansetzenden ideolo-
gischen Angriff der herrschenden Klasse ansehen. Die Ideologie
vom "individuellen Aufstieg in der offenen Leistungsgesell-
schaft", die an die besondere sozialhistorische Tradition und die
Besonderheiten der Stellung vieler Angestellten im Produktionsund
Verwertungsprozeß anknüpft, wird dabei vom Monopolkapital sowohl
durch die hierarchische Gliederung innerhalb der angestellten Ar-
beitskräfte, die Bildung von besonderen Statusprivilegien und
Statussymbolen, Bezahlungsmodus, als auch durch die imperialisti-
sche Massenpresse, Film und Fernsehen und durch die Triviallite-
ratur und deren "Angestellten"-Klischees verbreitet. Dabei lassen
sich (etwa in Gestalt der ULA und des DHV) auch besondere Agentu-
ren zur Verbreitung eines solchen falschen Bewußtseins festma-
chen.
Im Vergleich zum Bewußtsein der Angestellten wies das Bewußtsein
der Arbeiter viele einzelne Elemente der Erkenntnis der eigenen
Lage auf." (Referat, Manuskript-Seiten 14-16).
zurück