Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1976
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Rezensionen
RAINER RILLING: THEORIE UND SOZIOLOGIE DER WISSENSCHAFT.
ZUR ENTWICKLUNG IN BRD UND DDR. FRANKFURT A. MAIN 1975
(FISCHER TASCHENBUCH VERLAG), 293 SEITEN
Die Bedeutung der Wissenschaften für den gesellschaftlichen Re-
produktionsprozeß hat seit mehreren Jahren eine intensive Diskus-
sion über die Bedingungen, Strukturen und Wirkungen des Wissen-
schaftsprozesses als soziales Phänomen ausgelöst. Die vorliegende
Untersuchung des Marburger Soziologen Rainer Rilling, der bereits
durch seine Publikationen über Rüstungsforschung und Wissen-
schaftspolitik bekannt geworden ist, hat sich zum Ziel gesetzt,
einige repräsentative Wissenschaftskonzeptionen dahingehend zu
analysieren, ob und wieweit sie in der Lage sind, die spezifi-
schen sozialökonomischen, vom jeweiligen gesellschaftlichen Sy-
stem abhängigen Merkmale der Vergesellschaftung des Wissen-
schaftsprozesses adäquat und begründet zu erfassen und auszuwei-
sen.
Seiner kritischen Erörterung einiger repräsentativer wissen-
schaftstheoretischer und soziologischer Konzeptionen in den kapi-
talistischen und sozialistischen Ländern legt Rilling im 1. Ab-
schnitt seines Buches den Versuch zugrunde, Wissenschaft als
"System spezifischer gesellschaftlicher Arbeitsprozesse" aus der
Marxschen Analyse der Doppelnatur des materiellen Produktionspro-
zesses zu entfalten. Seine Aufmerksamkeit richtet sich deshalb
zunächst auf die systematische Gliederung und Vermittlung der
Marxschen Äußerungen über den einfachen abstrakten Arbeitsprozeß
der materiellen Produktion, wobei Rilling neben dem "Kapital" und
den "Grundwissen" auch die "Theorien über den Mehrwert", die
"Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses" und andere we-
niger bekannte Quellen heranzieht. An die Darstellung des Marx-
schen Verständnisses des einfachen abstrakten Arbeitsprozesses
schließt sich die Rekonstruktion des Verhältnisses zwischen
stofflicher und gesellschaftlicher Formbestimmung des Produkti-
onsprozesses an, wie Marx es vor allem im "Kapital" entfaltet
hat. Bereits an diesem Punkt setzt Rillings Auseinandersetzung
mit bürgerlichen Versionen des Zusammenhangs zwischen Produktiv-
kräften und Produktionsverhältnissen unter besonderer Berücksich-
tigung der Wissenschaften als Produktivkraft ein. Rilling macht
ansatzweise deutlich, daß weder die industriegesellschaftstheore-
tische Konzeption noch die die nur scheinbar zu ihr im Gegensatz
stehende pseudomarxistische Auffassung, die im wissenschaftlich-
technischen Fortschritt in den sozialistischen Ländern einen Ver-
rat an der Arbeiterklasse zu entlarven glaubt, die Wechselbezie-
hung zwischen den beiden konstituierenden Momenten der gesell-
schaftlichen Produktionsweise zu begreifen vermögen.
Gestützt auf die Marxsche Analyse des Übergangs vom Feudalismus
zum Kapitalismus stellt Rilling dar, wie sich der Kapitalismus
mit der fabrikmäßig betriebenen Maschinenproduktion die ihm ad-
äquate materiell-technische Basis und sachliche Form des Produk-
tionsprozesses schafft, daß also die Produktivkräfte keiner sy-
stemneutralen Eigengesetzlichkeit unterliegen, sondern sich nur
unter historisch je spezifischen Produktionsverhältnissen entfal-
ten können. Mithin wirken die Produktivkräfte, die die bürgerli-
che Gesellschaft hervorbringt, als Produktivkräfte des Kapitals,
welches durch reelle Subsumtion der Arbeit und ihre Verwandlung
in ein bloßes Zubehör der in der Maschinerie vergegenständlichten
Arbeit gerade jene stoffliche Daseinsweise konstituiert, die dem
kapitalistischen Produktionsprozeß als einem Verwertungsprozeß
historisch entspricht. In diesem Zusammenhang wendet sich Rilling
gegen den Versuch einiger sowjetischer Autoren, die technische
und technologische Seite des gesellschaftlichen Produktionspro-
zesses im Begriff der "technologischen Produktionsweise" zu sy-
stematisieren, ohne zu berücksichtigen, daß durch diese Begriffs-
bildung die notwendige Unterscheidung zwischen stofflicher und
sozialökonomischer Charakteristik des Produktionsprozesses
verloren zu gehen droht. Zwar erkennt Rilling die Notwendigkeit
an, Technik und Technologie als Elemente des abstrakten Produkti-
onsprozesses zu differenzieren und zu konkretisieren, aber er
zeigt am Beispiel der kapitalistischen Arbeitsteilung, Koopera-
tion und Leitungstätigkeit auf, daß sich die "grundlegenden Ent-
wicklungsformen der gesellschaftlichen Gesamtarbeit" nicht sche-
matisch zur Typisierung des gesellschaftlichen Charakters unter-
schiedlicher Produktionsweisen übertragen lassen.
Die Klärung des Entwicklungsverhältnisses zwischen stofflicher
und sozialökonomischer Seite des gesellschaftlichen Produktions-
prozesses bildet die Voraussetzung für das Bemühen Rillings,
einen materialistischen Begriff von Wissenschaft zu entwickeln,
der den beiden unabdingbaren Seiten des gesellschaftlichen Pro-
duktionsprozesses Rechnung trägt und somit die idealistische Fik-
tion von Wissenschaft als von der materiellen Produktion herme-
tisch getrennte und autonomer Selbstregulierung unterliegende
Sphäre aufzuheben vermag. Geleitet von der Grunderkenntnis des
historischen Materialismus, daß die Produktionsweise, die bewegte
Einheit von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, alle
gesellschaftlichen Teilprozesse und Teilsysteme hervorbringt und
bedingt, und orientiert an der Marxschen Feststellung, Wissen-
schaft sei "allgemeine Arbeit" und somit Bestandteil gesell-
schaftlicher Gesamtarbeit, wendet Rilling die Bestimmung der ein-
fachen und abstrakten Momente des Arbeitsprozesses auf den wis-
senschaftlichen Arbeitsprozeß an. Dies geschieht zu dem Zweck,
die stofflichen Merkmale wissenschaftlicher Arbeit in ihrer dif-
ferentia specifica zur materiellen Produktion zu bezeichnen und
den Vermittlungszusammenhang von geistiger und materieller Pro-
duktion innerhalb der gesellschaftlichen Gesamtarbeit zu begrün-
den. Dabei gelangt Rilling zu folgendem Ergebnis: Wie die materi-
elle Produktion umfaßt die wissenschaftliche Produktion das Zu-
sammenwirken von Arbeitskraft, Arbeitsmittel und Arbeitsgegen-
stand. Der wissenschaftliche Arbeitsprozeß selbst vollzieht sich
in der Aufhebung der Trennung der subjektiven und objektiven Pro-
duktionsbedingungen im Übergang zur "bewegten Einheit", die wie-
derum in die "ruhende Einheit" übergeht, also sich in einem Re-
sultat niederschlägt. Wissenschaftliche Produktion unterscheidet
sich aber, wie Rilling in bestechender Klarheit herausarbeitet,
von der materiellen Produktion dadurch, daß sie ihre Arbeitsmit-
tel in der Regel und ihrer wesentlichen Zielstellung nach stoff-
lich nicht verändert, daß ihre Arbeitsmittel hauptsächlich ideel-
ler Natur sind (Methoden, Sätze, Theorien usw.) die stofflich
nicht im Arbeitsprozeß verzehrt werden und daß sich das Ergebnis
wissenschaftlicher Arbeit in einem ideellen Produkt ausdrückt.
Wissenschaftliche Produktion vollzieht sich, wie Rilling unter
Berufung auf Laitko und Kröber schreibt, als "Wechselspiel" von
Vergegenständlichung wissenschaftlichen Wissens und Entgegen-
ständlichung bereits materialisierten Wissens. Darüber hinaus
spezifiziert Rilling wissenschaftliche Produktion als gekenn-
zeichnet durch die hohe Konzentration geistiger Elemente und ihre
(wenn auch nicht faktisch ausschließliche, so doch wesentliche)
schöpferische Qualität (Neuheit der Ergebnisse). Daraus wiederum
erklärt sich der diskontinuierliche "stochastische" Verlauf wis-
senschaftlicher Arbeit, das Fehlen der für die materielle Produk-
tion typischen bewußten Antizipation des Produktionsergebnisses
("Algorithmus") und das hohe Risiko hinsichtlich des ökonomischen
und energiemäßigen Aufwandes für wissenschaftliche Arbeit.
Schließlich ist wissenschaftliche Produktion nach Rilling - und
darin liegt ihre "potentiell überragende Bedeutung" für die Ent-
wicklung des gesamten Produktivkraftsystems einer Gesellschaft -
stofflich dadurch geprägt, daß wissenschaftliche Resultate "im
Prinzip überall (zugleich von jedermann) unbegrenzt nutzbar" /S.
57/ sind.
Die von Rilling vorgenommene Unterscheidung der stofflichen Merk-
male wissenschaftlicher und materieller Produktion, eine Unter-
scheidung, die beide Produktionsformen zugleich als vermittelte
Einheit und Elemente der gesellschaftlichen Gesamtarbeit aus-
weist, ohne den Primat der materiellen Produktion aufzugeben,
stellt nicht nur unter systematischen Gesichtspunkten einen wich-
tigen Fortschritt marxistischer Wissenschaftstheorie dar. Sie
liefert auch den Schlüssel für die Beantwortung der Frage, worin
die materiellen Bedingungen für die ideologische Verselbständi-
gung der Wissenschaft zu einer von der materiellen Produktion
isolierten und "autarken" Potenz der Gesellschaft und ihrer Ge-
schichte liegen. Insofern leistet Rilling mit seiner Unterschei-
dung zwischen materieller und geistiger Arbeit und ihrer Anwen-
dung auf die Analyse moderner Wissenschaftsauffassungen auch
einen Beitrag zur marxistischen Ideologiekritik. Ehe Rilling aber
den Mechanismen und Ursachen der ideologischen Verformung und
Verkehrung des Wissenschaftsprozesses analytisch nachgeht, befaßt
er sich mit dem Problem der sozialökonomischen Bestimmtheit des
wissenschaftlichen Produktionsprozesses, die sich entweder hinter
der Oberfläche scheinbar total individualisierter, gesellschaft-
lich nicht verbundener und aufeinander bezogener wissenschaftli-
cher Tätigkeiten oder hinter stofflich unmittelbar augenfälligen
Formen der Vergesellschaftung (z.B. der Kooperation in der be-
trieblichen Großforschung) wissenschaftlicher Arbeit verbirgt.
Gegen die irrtümliche Gleichsetzung der stofflichen Kennzeichen
wissenschaftlicher Arbeit mit ihrer gesellschaftlichen Formbe-
stimmung macht Rilling unter Berufung auf Marx geltend, daß sich
der sozialökonomische Charakter der wissenschaftlichen Produktion
wie der jeder anderen gesellschaftlichen Arbeitstätigkeit erst
unter dem Aspekt ihres sozialen Aneignungsverhältnisses er-
schließt. Demnach entscheidet über den gesellschaftlichen Charak-
ter wissenschaftlicher Arbeit nicht die spezifische stoffliche
Besonderheit der Vergesellschaftung, etwa das Faktum individuel-
ler Einzelforschung oder hochgradig kooperativer teamwork, auch
wenn diese oder jene "stoffliche Vergesellschaftungsform" für die
eine oder ander Produktionsweise bzw. historische Periode eines
sozialen Systems typisch sein mag. Die sozialökonomische Form,
der gesellschaftliche Charakter, den die wissenschaftliche Pro-
duktion, ihre sozialen Träger und Arbeitsmittel, Arbeitsgegen-
stände und Resultate annehmen, ergibt sich vielmehr aus den Pro-
duktionsverhältnissen, welche die wissenschaftlichen Produzenten
eingehen und innerhalb derer sie ihre Tätigkeiten austauschen.
Deshalb beschränkt sich der Vergesellschaftungsprozeß der Wissen-
schaft nicht, wie Rilling unterstreicht, auf diejenigen Beziehun-
gen, die im Fortgang der Arbeitsteilung entfaltet werden, sondern
umfaßt stets, notwendig und wesentlich die besonderen geschicht-
lich gewordenen Eigentums- und Aneignungsbeziehungen als sozial-
ökonomische Grundstruktur aller gesellschaftlichen Teilbereiche
und Systemebenen.
Gerade in der Ausblendung der sozialökonomischen Seite wissen-
schaftlicher Produktion und in der Gleichsetzung der stofflichen
Merkmale wissenschaftlicher Produktion mit ihrem gesellschaftli-
chen Wesen bestehen aber die Grundmuster bürgerlicher Theorie und
Soziologie der Wissenschaft, denen sich Rilling im 2. Abschnitt
seines Buches /S. 73-122/ zuwendet. Trotz ihrer genuinen Unfä-
higkeit den Wissenschaftsprozeß auch als Realisierung von Produk-
tionsverhältnissen zu begreifen, hat die bürgerliche Wissen-
schaftssoziologie im Laufe ihrer Geschichte eine gewisse Wandlung
erfahren, bei der sich zwei theoretische Grundvarianten heraus-
bildeten. Die erste Variante sieht in der wissenschaftlichen Ent-
wicklung eine fortschreitende Anhäufung von positivem Wissen,
während die zweite Variante den qualitativen Aspekt einer Eigen-
gesetzlichkeit und "inneren" Logik von Wissenschaft betont. An
mehreren repräsentativen wissenschaftssoziologischen Konzeptionen
der letzten Jahrzehnte zeichnet Rilling kritisch nach, wie sich
die genannten Varianten in den einzelnen Wissenschaftsauffassun-
gen ausdrücken und welchen Modifikationen sie unterlagen.
Als renommierten Vertreter der "quanitativen" Variante führt Ril-
ling zunächst den nordamerikanischen Wissenschaftshistoriker D.J.
de Solla Price vor, der die Quintessenz des Wissenschaftsprozes-
ses im kumulativen Wachstum des wissenschaftlichen Erkenntnisum-
fangs und seiner Institutionalisierung im "Big Science" zu ent-
decken glaubt. Aus der von de Solla Price vorgenommenen Reduktion
des Wissenschaftsprozesses auf eine seiner besonderen Seiten,
nämlich die unbestreitbare quantitative Progression wissenschaft-
licher Fakten, Daten und Informationen, leitet sich, da auf die
Problematisierung der gesellschaftlichen Ziele, Bedingungen und
Anwendung von Wissenschaft gänzlich verzichtet wird, ohne große
Schwierigkeiten eine elitär-technokratische, von Rilling durch
Zitate anschaulich belegte Grundauffassung von de Solla Price ab.
Gegenüber dieser extrem formalistisch-quantitativen Position hat
sich seit den fünfziger Jahren im Umkreis der anglo-amerikani-
schen Philosophy of Science eine Auffassung kristallisiert, die
sich in Konfrontation zum kumulativ-evolutionären Modell eines de
Solla Price sieht. Rilling hält vor allem Thomas S. Kühn für den-
jenigen Wissenschaftstheoretiker, der auf der Basis eines bürger-
lichen Wissenschaftsbegriffes verharrend, den von de Solla Price
vertretenen Ansatz am scharfsinnigsten kritisierte. Gegen diesen
Ansatz führt Kühn erstens den sich in Sprüngen, also nicht nicht-
evolutionär, sondern "revolutionär" vollziehenden Entwicklungs-
gang von Wissenschaft ins Feld. Zweitens versucht er den Dualis-
mus von wissenschaftlichem Wissen und seiner Institutionalisie-
rung als scheinbar getrennter Aspekte der Wissenschaftssoziologie
aufzuheben und drittens schließlich versucht er - und darin liegt
nach Rilling das entscheidende Moment der Kuhnschen Position -,
das positivistische Dogma der "Wertneutralität" und sozialen In-
transigenz von Wissenschaft anzugreifen. Durch die Behauptung,
der Ablauf des "normal science" folge bestimmten, nicht wissen-
schaftsimmanenten und sprunghaft auf tauschenden und verschwin-
denden Paradigmen, verschafft Kühn den außerhalb des wissen-
schaftlichen Arbeitsprozesses gelegenen Faktoren wieder eine ge-
wisse Geltung, ohne jedoch erklären zu können, wie und warum sich
der Übergang von einem Paradigma (- als Beispiel nennt Kühn die
Physica von Aristoteles, Newtons Principia und Opticks oder La-
voisiers Chimie -) zu einem konkurrierenden Paradigma vollzieht.
Überzeugend gelingt es Rilling, die Ambivalenz des Kuhnschen Wis-
senschaftsmodells nachzuweisen, das einerseits über die im enge-
ren Sinn positivistische Rezeption hinausgeht und gewisse
"externe" Einflüsse der Vergesellschaftung von Wissenschaft wahr-
nimmt, andererseits aber in der Begründung des wissenschaftlichen
Fortschritts auf den Kernbestand bürgerlicher Weltanschauung zu-
rückgreift: "Das Kuhnsche Paradigmakonzept steht in der Tradition
des subjektiven Idealismus; er hat das Problem der Dialektik von
sozialökonomischen und gegenständlichen Determinanten wissen-
schaftlichen Wissens und damit auch z.B. das Problem der sozialen
Genesis und Selektion objektiv wahrer Aussagen in der Wissen-
schaft dadurch bewältigt, daß er von vornherein von der gegen-
ständlichen Determination abstrahierte. Von daher ist es unter
erkenntnistheoretischen Gesichtpunkten kein Problem mehr die Be-
standteile des wissenschaftlichen Wissens - denen mit dem Begriff
'objektiv' nicht mehr beizukommen ist - als soziale Norm zu cha-
rakterisieren und ihren historisch begrenzten, da an den subjek-
tiven Entscheid einer scientific community gebunden und nur inso-
fern Bewahrheiteten' Charakter zu behaupten". /S. 93/.
Neben diesen wissenschaftssoziologischen Konzeptionen analysiert
Rilling systemtheoretisch und strukturell-funktionale Ansätze, in
dem er vornehmlich das normative Wissenschaftsethos Robert K.
Mertons einerseits und die funktional unterbaute Wechselbeziehung
des Hervorbringens wissenschaftlicher Leistung und ihrer Gratifi-
kation vermittels entsprechender sozialer Bewertung im Wissen-
schaftssystem andererseits problematisiert (N.W. Storer).
Gegen Robert K. Merton wendet Rilling ein, daß sein Normengefüge
weder der empirischen Überprüfung standhält noch solche poli-
tisch-ideologischen Determinanten des Sozialverhaltens anerkennt,
die gerade deshalb, weil sie die herrschenden gesellschaftlichen
Verhältnisse besonders wirksam und umfassend zum Ausdruck brin-
gen, selbstverständlich auch Bewußtsein und Handeln von Wissen-
schaftlern beeinflussen. An sogenannten 'normativen sets" wie
"communism" (hier: ungehinderte Kommunikation wissenschaftlicher
Ergebnisse in der Fachgemeinschaft) oder "disinterestedness", ein
"set", das wissenschaftliche Tätigkeit um ihrer selbst willen be-
trieben voraussetzt, demonstriert Rilling die Unvereinbarkeit der
Theorie Mertons mit der gesellschaftlichen Realität des Kapita-
lismus. Der Kapitalismus bringe etwa über den Mechanismus der Pa-
tentierung und Geheimhaltung von Forschungsergebnissen oder durch
politische Prioritäten in der Forschung dem Modell Mertons gerade
entgegengesetzte "Normen" hervor.
In Mertons Verständnis von Wissenschaft reproduziert sich, wie
Rilling erhellt, eine liberale Wissenschaftsideologie, die dem
niedrigen Vergesellschaftungsniveau wissenschaftlicher Arbeit als
ideeller Privatarbeit im Frühkapitalismus entspricht, sich aber
bis heute nicht ganz verschlissen hat. Das liberale Wissen-
schaftsethos, das die "innere" Bewegung von Wissenschaftssystemen
nur als unveränderlich normativ gelenkte Interaktion der System-
träger beobachtet, versagt sich mit der Preisgabe der histori-
schen Dimension der Wissenschaftsentwicklung zugleich die Er-
kenntnis der realen gesellschaftlichen Determinanten des Wissen-
schaftsprozesses. Rilling zeigt auf, daß dieser eher traditionell
erscheinende normative Ansatz seinem zentralen Inhalt nach durch-
aus nicht im Widerspruch zu "moderner" anmutenden Konzeptionen
steht, denn die Unterstellung einer normativen Struktur bei Mer-
ton teilt mit dem funktionalistischen Ansatz Stores, der sich an
austausch- und markttheoretischen Modellen orientiert, die Ab-
straktion von den sozialen Triebkräften und Determinanten men-
schlichen Handelns: Der normativen Auffassung Mertons korrespon-
diert bei Storer eine Vorstellung von Wissenschaftssystem, in der
die klassenmäßige Gliederung des wissenschaftlichen Produktions-
prozesses und sein Aneignungscharakter zu einem "status- und si-
tusneutralen Netz sozialer Aktionsbeziehungen" /S. 105/ verding-
licht werden. Indem Rilling die Argumentationsketten der von ihm
behandelten Konzeptionen immer wieder sorgfältig zurückverfolgt,
ohne ihre vereinzelten richtigen Aussagen zu leugnen, vermag er
hinter ihrer je spezifisch wissenschaftlichen Färbung ihren bür-
gerlichen Denkinhalt aufzudecken und die Punkte zu bezeichnen, an
denen sich alle hier erwähnten Konzeptionen trotz ihrer Vielfalt
schließlich als wesensgleich berühren.
Obwohl die Unzulänglichkeit des normativen wie des strukturell-
funktionalen Konzepts auch vom Standpunkt der bürgerlichen Wis-
senschaftssoziologie bemerkt wurde, bleiben unternommene Lösungs-
versuche letztlich auf jener Stufe stecken, der eigentlich die
Kritik gegolten hatte. Mit P. Weingart stellt Rilling einen Autor
aus der Bundesrepublik vor, der nicht nur eine nennenswerte Rolle
bei der Begründung der Wissenschaftssoziologie in der Bundesrepu-
blik spielte, sondern der auch den Anspruch erhob, die "kruden
Ausgangspostulate" der oben skizzierten Konzepte zu überwinden.
Was sich als Überwindung und Weiterentwicklung empfiehlt, entzif-
fert Rilling jedoch als Fixierung einer lediglich schematischen
Wechselbeziehung zwischen sozialen und kognitiven Faktoren von
Wissenschaft, ohne daß die eine Bewegung der Wechselbeziehung
überhaupt erst ermöglichenden und sie bestimmenden Momente er-
kannt würden. An die Stelle der Hypostasierung "externer" (z.B.
Kühn) oder "interner" (z.B. de Solla Price) Faktoren der Wissen-
schaftsentwicklung tritt die Hypostasierung ihrer unbegriffenen
Wechselbeziehung. Im folgenden arbeitet Rilling heraus, daß die
allgemeinen theoretischen Widersprüche und Unklarheiten der von
ihm kritisch erörterten wissenschaftssoziologischen Modelle auch
auf die Untersuchung spezifischer Aspekte durch die bürgerliche
Wissenschaftssoziologie übergreifen. Das trifft ebenso auf die
Darstellung des Verhältnisses zwischen Wissenschaftsprozeß und
"sozialer Umwelt" wie auf Versuche der Periodisierung der Wissen-
schaftsentwicklung zu, die vom sozialökonomischen Inhalt der sich
historisch entfaltenden Vergesellschaftungsformen von Wissen-
schaft abstrahieren und etwa wie Joseph Ben-David aus der Erfah-
rung der negativen Folgen kapitalistischer Wissenschaftszentrali-
sierung die Notwendigkeit des Zentralismus im Wissenschaftssystem
schlechthin verwerfen. Verglichen mit diesen bürgerlichen wissen-
schaftssoziologischen Periodosierungsvorstellungen zeichnen sich
nach Rilling marxistische Entwicklungskonzeptionen allesamt trotz
Schwächen im Detail dadurch aus, daß sie die wesentliche Bedeu-
tung gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse für die Entfaltung der
Wissenschaft anerkennen, daß sie methodisch dem Weg des Aufstei-
gens vom Abstrakten zum Konkreten folgen und zwischen Wesen und
Erscheinung gesellschaftlicher Prozesse zu unterscheiden vermö-
gen. Gleichwohl kritisiert Rilling an der bekanntesten marxisti-
schen Periodisierungsstudie in der DDR (Autorenkollektiv: Wissen-
schaft im Klassenkampf, Berlin 1968), daß sie mit einem verkürz-
ten und fehlerhafte Ableitungen verursachenden Begriff von Verge-
sellschaftung operieren. Während das Dresdner Autorenkollektiv
als logischen und historischen Ausgangspunkt seiner Periodisie-
rung den "individuell arbeitenden Wissenschaftler" setzt und die
Herausbildung der monopoleigenen Forschung als erstes Stadium
wissenschaftlicher Vergesellschaftung im Kapitalismus kennzeich-
net, besteht nach Rilling die erste Phase dieser Vergesellschaf-
tung logisch-historisch in der Verwandlung der Wissenschaft in
bürgerliche private Einzelproduktion; denn den "individuell ar-
beitenden Wissenschaftler" habe es weder logisch noch historisch
betrachtet jemals gegeben. In einer zweiten Phase sei dann das
System wissenschaftlicher Tätigkeit zum Objekt der Kapitalanlage
und Verwertung geworden. Auch beschränkt sich für Rilling die mo-
nopolistische Vergesellschaftung der Wissenschaft nicht auf indi-
viduelle Kapitale, wie die Dresdner Autoren meinen, sondern die
monopolistische Vergesellschaftung der Forschung durchbreche im
Gegenteil die einzelkapitalistisch betriebene Wissenschaft, indem
die betrieblich organisierte Forschung in "Kollektiveinrich-
tungen" des Monopolkapitals zusammengefaßt worden sei, die sich
über die einzelkapitalistische Anlagesphäre eines bestimmten
Kapitals hinaus fremde wissenschaftliche Arbeit aneigneten. Die
Kritik Rillings an dem Dresdner Autorenkollektiv leitet über in
die Skizze einer Periodisierung, die im einzelnen zwar
bestechend, aber vom Gesamteindruck her nicht immer sehr
übersichtlich ist.
Im dritten Abschnitt beschäftigt sich Rilling mit der Entwicklung
und Diskussion des Wissenschaftsbegriffs in der DDR. Im Mittel-
punkt steht für ihn die Frage "ob - und wenn ja, wie - die in der
DDR entwickelte wissenschaftstheoretische Konzeption in der Lage
ist, formationsspezifische Charakteristika der Wissenschaftsbewe-
gung zu erfassen..." /S. 159/. Die Darstellung Rillings impli-
ziert zugleich den Anspruch, landläufige Rezeptionen der DDR-Wis-
senschaftstheorie und -soziologie in der Bundesrepublik kritisch
zu prüfen.
Rilling verfolgt die Diskussion seit den zwanziger Jahren in So-
wjetrußland bis zur Periode nach dem Zweiten Weltkrieg, in der
allmählich die These vom produktiven Charakter der Wissenschaft
gegen die noch vorherrschende Meinung an Boden gewann, daß die
Wissenschaft ausschließlich Bestandteil des gesellschaftlichen
Bewußtseins und mithin des "Überbaus" sei. Hierbei beschränkt
sich Rilling nicht auf die innertheoretische Rekonstruktion der
verschiedenen Standpunkte, sondern geht auch auf die objektiv-ma-
teriellen Bedingungen ein, die eine Veränderung des Wissen-
schaftsbegriffs in den sozialistischen Ländern ebenso ermöglich-
ten wie erforderten. Er sieht diese Bedingungen vor allem in der
realen Entfaltung sozialistischer Produktionsverhältnisse, die,
indem sie etwa mit der Entstehung der Neuererbewegung oder der
sozialistischen Gemeinschaftsarbeit konkrete neue Formen annah-
men, nicht länger als unveränderliche Gegebenheit bloß formal als
juristische Eigentumsbeziehung aufgefaßt werden konnten. Weiter-
hin sieht Rilling in der ständig an Wichtigkeit gewinnenden Rolle
von Wissenschaft und Technik für den sozialistischen Reprodukti-
onsprozeß einen Faktor, von dem relevante Impulse für die wissen-
schaftstheoretische und -soziologische Diskussion in der DDR aus-
gingen, obwohl zunächst gerade die Anerkennung der Bedeutung von
Wissenschaft und Technik häufig mit der theoretischen Herabset-
zung des Menschen als Hauptproduktivkraft einherging.
Das Resultat der kritischen Auseinandersetzung mit mechanisti-
schen Aspekten der marxistischen Produktivkrafttheorien einer-
seits und bürgerlicher Technikphilosophie andererseits bestand in
der Herausbildung der Konzeption von der "Umwandlung der Wissen-
schaft in eine unmittelbare Produktivkraft", wobei die Bedingun-
gen, Zusammenhänge und Formen dieses Umwandlungsprozesses bis in
die Gegenwart hinein Gegenstand der Diskussion geblieben sind.
Was das Verhältnis zwischen Produktivkraftsystem und Wissenschaft
anbetrifft, unterscheidet Rilling für die Phase der fünfziger und
sechziger Jahre a) diejenigen Autoren, die an der Selbständigkeit
der Wissenschaft als Produktivkraft gegenüber anderen Produktiv-
kräften festhalten, b) diejenigen Autoren, die die "Einheit von
materiellen und ideellen Produktivkräften" nach der einen oder
anderen Seite hin zu stark akzentuieren und c) eine Autoren-
gruppe, die ohne adäquate Berücksichtigung der konkret-histori-
schen Entwicklungsformen allgemeine systematisierende Definitio-
nen der Produktivkräfte anstrebt. Nach ausführlicher Analyse der
abweichenden Meinungen kommt Rilling zu dem Schluß, daß die Um-
wandlung der Wissenschaft in eine unmittelbare Produktivkraft we-
der nur vom Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit her bestimmbar
noch ausschließlich philosophisch begründbar ist, weil die Pro-
duktivkräfte eine immer konkret-historische Form annehmende Ein-
heit materiell-gegenständlicher und ideeller Elemente bilden. Der
unmittelbar produktive Charakter der Wissenschaft erschließt sich
aus dem konkreten Verhältnis eben dieser Elemente im gesell-
schaftlichen Produktionsprozeß, wenn Wissenschaft als Bildungs-
element in die lebendige Arbeit, die Arbeitskräfte eingeht, wenn
Wissenschaft unabdingbares Element der gesellschaftlichen Gesamt-
arbeit geworden und stofflich eine Qualität der Allgemeinheit er-
reicht hat, die potentiell alle materiellen Produktivkräfte
durchdringt und nicht mehr an einen einzelnen Produktionsprozeß
gebunden ist /S. 190/.
Die in der DDR geführte Diskussion über die Wissenschaft als un-
mittelbare Produktivkraft gab Anlaß auch zu einer intensiveren
Beschäftigung mit dem wissenschaftlichen Arbeitsprozeß selbst.
Auch hier stand die Frage nach dem Verhältnis von materieller und
geistiger Produktion nach dem produktiven Charakter von Wissen-
schaft und nach der Beziehung zwischen "internen" und "externen"
Gesetzmäßigkeiten der Wissenschaftsentwicklung im Vordergrund.
Die Relevanz dieser Fragestellungen erklärt Rilling aus dem Er-
fordernis, die Wissenschaftsorganisation in den gesellschaftli-
chen Reproduktionsprozeß zu integrieren und durch richtige theo-
retische Bestimmungen der stofflichen und sozialökonomischen
Merkmale von Wissenschaft deren produktive Potenzen maximal im
Sinne des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus zu nutzen.
Ende der sechziger Jahre begann diejenige Diskussionsetappe, de-
ren Ergebnisse den gegenwärtigen Wissenschaftsbegriff in der DDR
maßgeblich prägten. Als die wichtigsten Merkmale dieser Diskus-
sion hebt Rilling folgendes hervor:
- Anerkennung der Doppelnatur wissenschaftlicher Arbeit
- Analyse ihrer sozialistischen Qualität
- schärfere Abgrenzung gegen alle Spielarten des technologischen
Determinismus und der Konvergenztheorie.
In dem durch diese Bemühungen markierten Feld bewegt sich gegen-
wärtig die theoretische Erforschung der Wissenschaft in der DDR.
Besondere Aufmerksamkeit widmet Rilling den Versuchen, die von
Mitarbeitern des Instituts für Wissenschaftstheorie und
-organisation (IWTO) unternommen wurden, um die herkömmliche Re-
duktion von Wissenschaft auf wissenschaftliches Wissen endgültig
zu überwinden und den Begriff von Wissenschaft als System spezi-
fischer gesellschaftlicher Tätigkeiten weiter auszuarbeiten und
zu vertiefen: Dementsprechend konstituiert Wissenschaft ihren Sy-
stemcharakter nicht durch sich selbst. So existiert wissenschaft-
liches Wissen für sich genommen nicht als gesellschaftliches
Teilsystem, sondern wirkt im Zusammenhang der Wissenschaft als
System besonderer gesellschaftlicher Tätigkeiten, außerhalb des-
sen es nur als Summe wissenschaftlicher Zeichen und potentieller
Kenntnisse vorhanden wäre. Der Akzent dieser Konzeption liegt
also eindeutig auf der Praxisqualität von! Wissenschaft und be-
findet sich insofern ganz in Übereinstimmung mit den Grundkennt-
nissen des historischen Materialismus, der die Aktion gesell-
schaftlicher Produktion ins Zentrum seiner Gesellschafts- und Ge-
schichtstheorie stellt. In dem vor allem von Kröber und Laitko
ausgearbeiteten Wissenschaftsbegriff ist nicht nur die Trennung
einzelner Aspekte des Wissenschaftsprozesses aufgehoben, sondern
auch das Charakteristikum von Wissenschaft, ein System spezifi-
scher sozialer Tätigkeiten zu sein, auf seine sozialökonomische
Bestimmtheit bezogen. Dennoch sieht Rilling auch in der am weite-
sten fortgeschrittenen marxistischen Wissenschaftskonzeption, die
von DDR-Autoren bisher erarbeitet wurde, punktuell die Gefahr an-
gelegt, daß der Tätigkeitsbegriff in der Anwendung auf die Wis-
senschaft so weit verallgemeinert wird, daß ihre sozialökonomi-
sche Formbestimmtheit, vor allem ihre politökonomische Besonder-
heit, aus dem Blick gerät und sich gleichsam unter der Hand die
Tendenz zur Hypostasierung der stofflichen Seite wissenschaftli-
cher Arbeit reproduziert.
An die Darstellung und Kritik der in der DDR entwickelten marxi-
stischen Wisssenschaftskonzeption knüpft Rilling einige Bemerkun-
gen über die Bedingungen und den Stand der Wissenschaftssoziolo-
gie in der DDR an. Ausgehend von dem allgemeinen Erfordernis des
Wissenschaftssystems, sich vermittelt über seine arbeitsteilig
gegliederten Sektoren erweitert zu reproduzieren, stellt Rilling
fest, daß die Reproduktion einzelner Teildisziplinen der DDR-Wis-
senschaftssoziologie ideell wie materiell möglich geworden sei,
andererseits aber die notwendigen theoretischen Grundlagen und
Voraussetzungen erst seit relativ kurzer Zeit bestünden. Ab-
schließend versucht Rilling, den Gegenstand marxistischer Wissen-
schaftssoziologie von anderen einzeldisziplinären Wissenschafts-
forschungen abzugrenzen. Er schreibt: "Die Wissenschaftssoziolo-
gie analysiert somit ebenso wie die Wissenschaftsgeschichte und
die Wissenschaftsökonomie das sozialökonomische Verhältnis wis-
senschaftlicher Erkenntnisproduktion und -aneignung in seiner hi-
storischen Entwicklung und Entfallung. Ihre Hauptaufgabe ist die
Aufdeckung der inneren Gesetzmäßigkeiten der wissenschaftlichen
Erkenntnistätigkeit auf der Ebene ihrer sozialökonomischen Form-
bestimmtheit. Ihr Ziel ist die Erkenntnis der Gesetzmäßigkeiten
dieses spezifischen Bereichs gesellschaftlicher Erkenntnisproduk-
tion und -aneignung und deren Rolle innerhalb des gesamten ge-
sellschaftlichen Reproduktionsprozesses sowie die Erkenntnis des
Zusammenhangs von stofflicher und sozialökonomischer Bestimmtheit
der wissenschaftlichen Erkenntnisproduktion und -aneignung" /S.
231/.
Die Untersuchung Rillings ist eine in jeder Hinsicht eindrucks-
volle Leistung, die nicht nur für den wissenschaftssoziologischen
Spezialisten von großem Interesse ist. In ihrer Sorgfalt, be-
grifflichen Klarheit, theoretischen Stringenz und ihren trotz des
abstrakten Gegenstandes brillanten Formulierungen ist diese Ar-
beit im besten Sinne des Wortes ein Musterbeispiel dafür, wie
sich marxistische Theorie heute sowohl weiterentwickelt als auch
mit bürgerlicher Wissenschaft auseinanderzusetzen vermag.
Lothar Peter
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